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Hexe trifft Historie

Musical um „Weltenwandler“ Jacob und Wilhelm Grimm: Geschichte und Fantasie

12 Mai 2019 / 17:59 Uhr
Hanau (jus). Dornröschen, der Fischer und seine Frau, Rapunzel oder der gestiefelte Kater: Auf der Bühne des Hanauer Amphitheaters haben sich bei den Brüder-Grimm-Festspielen schon die verschiedensten Märchen in Musicals verwandelt und das Publikum verzaubert. Und auch im 35. Festspieljahr darf ein solches natürlich nicht fehlen. Anders als sonst steht dabei in diesem Jahr jedoch kein einzelnes Märchen im Mittelpunkt, sondern die Brüder Grimm selbst. In „Jacob und Wilhelm – Weltenwandler“ mischen sich historische Fakten aus ihrem Leben mit einer fantasievollen Reise ins Märchenreich.

Ein schwarz-weißes und üppig gefülltes Bücherregal, im Hintergrund die Silhouetten von Bäumen, die Textzeilen und Wörter aus bekannten Märchen zieren: Das schlichte Bühnenbild von Tobias Schunck sorgt für eine monochrome aber stimmungsvolle Atmosphäre. Fast scheint es, als läge ein Sepia-Filter über der Szene, die in der Kasseler Junggesellenwohnung von Jacob (Jonas Hein) und Wilhelm Grimm (Peter Lewys-Preston) beginnt. Es ist eine Reise in die Vergangenheit, in jene Tage, als die Brüder mit ihrer Idee, alte Märchen zu sammeln und aufzuschreiben, anfingen. Es geht historisch zu im ersten Teil des Stückes. Die Zuschauer werden mitgenommen an die Universität zu Marburg, wo die Brüder mit ihrem Vorhaben abgewiesen werden und zur illustren Teegesellschaft bei Märchen-Erzählerin Marie Hassenpflug (Janne Marie Peters) die mit einer neuen Geschichte ihre Zuhörerinnen begeistert.

Fast schon könnte man den Eindruck gewinnen, es handele sich um ein rein historisches Theaterstück über die Brüder Grimm, da kommt endlich Farbe in die Sache: Jacob Grimm sticht sich an einer verzauberten Spindel und findet sich unvermittelt im Märchenreich wieder. Die erste Figur, der Jacob dort begegnet, ist die Bohne (Johanna Haas) aus dem eher unbekannteren Märchen „Strohhalm, Kohle und Bohne), die Jacob Grimms Verwirrung mit ihrer herrlich frechen Schnauze noch verstärkt und für viel Gelächter im Publikum sorgt. Wie gut dass da Thalia (Maria Danae Bansen) um die Ecke kommt, um Schlimmeres zu vermeiden. Denn im Märchenreich ist sowie so schon Krise angesagt, verschwindet doch ein Märchen nach dem anderen auf unerklärliche Weise. Die Geschichte nimmt an Fahrt auf.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 13. Mai.

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