SUCHE

„Höherer Mindestlohn reicht nicht“

Caritas fordert dringend nötige Reformen in der Pflege

17 Mai 2021 / 15:59 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Immer wieder ist in den vergangenen Wochen und Monaten über den herrschenden Pflegenotstand und die schwierigen Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in diesem Bereich geredet worden. Zuletzt waren die gescheiterten Verhandlungen bezüglich eines höheren Mindestlohnes im Bereich der Altenpflege und auch der Caritas-Verband mit seiner ablehnenden Haltung in der kontroversen Diskussion. Der Caritas-Verband für den Main-Kinzig-Kreis lenkt deshalb den Blick auf die aus seiner Sicht dringend nötigen Reformen im Pflegebereich. Für eine nachhaltige Verbesserung der Pflege brauche es mehr als nur eine Anhebung des Mindestlohnes.

Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes ist der Bruttomonatsverdienst für Pflegefachkräfte in den vergangenen zehn Jahren um 32,9 Prozent gestiegen. Die Corona-Pandemie hat jedoch überdeutlich gezeigt, dass neben einer adäquaten Vergütung die weiteren Rahmenbedingungen für Pflegefachkräfte eine entscheidende Rolle spielen. Die jüngsten Verlautbarungen aus dem Kanzleramt legten nahe, dass konkrete Maßnahmen gegen den Pflegenotstand weiter auf sich warten ließen. „Die Umsetzung einer gesetzlichen Regelung zur Pflegereform in Deutschland noch in dieser Legislaturperiode wird damit immer unwahrscheinlicher“, kommentiert Professor Dr. Holger Kaesemann vom Vorstand des Caritas-Verbands für den Main-Kinzig-Kreis ernüchtert.

Groß seien die Lobesworte, Applaus von Terrassen und Balkonen. Über ein Jahr sei seitdem vergangen und der Applaus längst verhallt. Die Pandemie sei für viele zu einem Stück Alltag geworden. Das öffentliche Bewusstsein für den Pflegenotstand scheine wieder zu verebben, obwohl er auch aufgrund der demografischen Entwicklung weiterbestehe. Die Politik halte sich mit konkreten Taten deutlich zurück.

Mehr dazu morgen in der GNZ.

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4