SUCHE

Immer der Nase nach

Torsten Köhler bildet kleine und große Hunde im „Mantrailing“ aus

12 oct 2021 / 15:50 Uhr
Gelnhausen (jus). Es ist ein schöner Herbstsonntag. Auf dem Parkplatz an der Gelnhäuser Zehntscheune hat sich ein ganz besonderes Grüppchen versammelt. Gut gelaunt stehen die Männer und Frauen mit ihren Vierbeinern beisammen, dann stellt jemand Torsten Köhler die eine Frage: „Wen willst du um die Ecke bringen?“. Doch keine Angst: Hier geht es nicht um ein Kapitalverbrechen sondern um eine tierische Trainingseinheit. Der 58-jährige Meerholzer bildet Vierbeiner zu Suchhunden aus. Beim „Mantrailing“ nehmen die Spürnasen die Witterung einer vermissten Person auf und suchen sie.

Egal ob Labrador, Golden Retriever, Dackel oder Beagle: „Im Prinzip kann das jeder Hund“, sagt Köhler. Denn Hunde haben ein sehr feines Riechorgan, das der Nase des Menschen weit überlegen ist. Und sie setzen es gerne ein, wie ein Blick auf die aufgeregte Meute auf dem Parkplatz zeigt. Wenn Quinta, Balu, Elli und die anderen nacheinander ihr Halstuch umgelegt bekommen, wissen sie: Jetzt wird gearbeitet. Nur kurz halten sie ihre Nase in die Tüte mit dem Geruchsträger, schon stürmen sie los. Es geht über Brücken und Treppen, vorbei an Einfahrten und Radfahrern. Weder spielende Kinder noch verführerische Essensreste am Straßenrand lenken die Hunde von ihrer Mission ab.

Meistens trainiert Köhler mit seiner Gruppe in „grauen“ Gebieten – also Städten und Dörfern. Nur wenn es sehr warm ist, geht es auch mal in den Wald. Was im Training wie ein vergnügtes tierisch-menschliches Versteckspiel wirkt, kann im Ernstfall bei der Suche nach vermissten Personen sehr helfen. „Die Hunde suchen den Individualgeruch eines bestimmten Menschen“, erklärt Ausbilder Köhler. In der Rettungshundestaffel, der er mehrere Jahre angehörte, geht es hingegen um den Flächengeruch. „Was mich unwahrscheinlich begeistert, ist, dass man mit seinem Hund anderen helfen kann“, sagt er. Ob in der Staffel oder als Personensuchhund können Vierbeiner so echte Lebensretter werden.

Mehr dazu lesen Sie am Mittwoch, 13. Oktober, in der GNZ.

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