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„Impftempo ist hoch, der Bürokratie-Aufwand leider auch“

Landrat Stolz über die Impfungen in den Hausarztpraxen

08 Apr 2021 / 16:12 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Am 23. März sind die ersten Patienten im Kreisgebiet durch Hausärzte geimpft worden. Mit 46 Arztpraxen hatte der Main-Kinzig-Kreis früher als in den meisten anderen bundesweiten Regionen damit begonnen, die Corona-Impfaktion in die Fläche zu bringen, parallel zum Betrieb der Impfzentren in Gelnhausen und Hanau. Mittlerweile sind nach Angaben des Kreises mehrere tausend Vakzindosen in den Praxen verimpft worden; insgesamt habe der Main-Kinzig-Kreis bis in diese Woche hinein über 9 300 Impfdosen ausgeliefert. Zu den Adressaten zählten auch Dialysezentren und Rehaeinrichtungen. „Wir konnten damit das Impftempo noch einmal kräftig erhöhen. Wichtig war uns aber auch zu erkennen, wo mögliche Probleme liegen und wo wir als Landkreis nachsteuern können“, erklärt Landrat Thorsten Stolz.

Nach Rücksprache mit Personal aus einigen der teilnehmenden Pilotpraxen habe sich als größtes Problem die umfangreiche Bürokratie dargestellt, die mit jeder einzelnen Impfung zu erfolgen hat. Viele Papierseiten seien auszufüllen, die Daten seien in den Arztpraxen aufzunehmen, einzugeben und noch einmal zentral an die Impfzentren weiterzugeben. Dort müssten sie auch noch mal ausgewertet und eingegeben werden.

Was die Verarbeitung in den Impfzentren angeht, habe der Main-Kinzig-Kreis bereits vereinfachende Verfahren umgesetzt. In den vergangenen zwei Wochen seien die meisten Praxen jedoch – neben der alltäglichen Arbeit und den neu hinzugekommenen Impfterminen – mit der zusätzlichen Bürokratie nicht nachgekommen.

„Ich kann viele Praxen verstehen, die angesichts des hohen Interesses bei ihren Patienten aus Risikogruppen sagen: Erst das Wichtigere, und das ist die Impfung“, so Thorsten Stolz. Leider sei die zeitintensive Impfdokumentation „ein nicht kleinzukriegendes bürokratisches Übel“, und daran lasse sich auf Kreisebene nur wenig ändern. Gut eingespielt hätten sich die Bestellung und Verteilung der Impfdosen in die Arztpraxen sowie das Terminmanagement in den medizinischen Einrichtungen. „Es ist sinnvoll und richtig, verstärkt auf die Routine der Mediziner in der Fläche zu setzen. Vor allem sind das im vertrauten Umfeld die vertrauten Ansprechpartner für die Bürger“, bilanziert Stolz.

Mehr lesen Sie in der GNZ vom 9. April.

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