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Inzidenzwert steigt auf 245

204 neue Corona-Fälle, darunter 21 in einem Flüchtlingsheim

20 Nov 2020 / 16:58 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Das Gesundheitsamt hat heute weitere 204 bestätigte Covid-19-Infektionen gemeldet. Darunter sind auch 21 betroffene Personen in der Flüchtlingsunterkunft „Hof Reith“ bei Schlüchtern. Dort wurden bereits umfangreiche Tests eingeleitet. Nachdem schon seit einigen Tagen Teile der Unterkunft unter Quarantäne standen, wurde diese Auflage nun für die komplette Einrichtung ausgeweitet. Aufgrund der weiterhin hohen Zahlen steigt auch der Inzidenzwert im Main-Kinzig-Kreis weiter und liegt jetzt bei 245.

In Ausbrüchen wie in Hof Reith oder der Klinik in Schlüchtern sowie in Betreuungseinrichtungen und vor allem innerhalb von Familien sieht das Gesundheitsamt eine Ursache, warum der Main-Kinzig-Kreis weiterhin hohe Übertragungsraten des Coronavirus verzeichnet. Derzeit gelingt es wieder, auch aufgrund des intensiven und nochmals aufgestockten Personaleinsatzes, bei etwa 72 Prozent der dokumentierten Fälle den Ansteckungsgrund zu ermitteln.

„Es sind eine ganze Reihe von Faktoren, die hier eine Rolle spielen“, erläutert Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler. „Zu einem großen Teil sind es die Lebensumstände, weiterhin das Freizeitverhalten und Übertragungen im familiären und dienstlichen Bereich, wie bei anderen Infektionskrankheiten auch. Es ist tückisch, dass oftmals keine Symptome festzustellen sind. Damit wird es umso wichtiger, dass wir uns – im Sinne des Gegenübers – quasi jederzeit so verhalten, als ob man selbst das Virus in sich tragen und das Umfeld der Risikogruppe angehören würde. Tut dies das Gegenüber auch, hat das Virus an dieser Stelle schon keine Chance.“

Wie die Gesundheitsdezernentin weiter ausführt, sei es aufgrund der hohen Arbeitsleistung der Kollegen im Gesundheitsamt und mit personellen Verstärkung gelungen, mit dem wachsenden Arbeitsaufkommen nahezu Schritt zu halten. Allerdings könne nicht in jedem Fall die Information der betroffenen Personen noch am gleichen Tag erfolgen. „Alle Mitarbeiter arbeiten mit hohem Anspruch und vollem Einsatz, aber bei mehreren hundert Betroffenen jeden Tag läuft das System am Limit“, betont Simmler.

Aus den vergangenen Tagen sind zusätzlich noch vier Fälle nachträglich in die Statistik eingegangen. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der seit Ausbruch der Corona-Pandemie erfassten Infektionen auf 5.269. Als infektiös werden aktuell 1.957 Menschen eingestuft. Die Anzahl der Menschen, welche die akute Infektion überstanden haben, liegt bei 3.245.

Aus dem Main-Kinzig-Kreis sind 67 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Die Belegung der Krankenhäuser mit Corona-Patienten nimmt ebenfalls weiter zu: Derzeit sind es nach offizieller Meldung in Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern 105 Patienten, darunter 88 Personen aus dem Main-Kinzig-Kreis.

Auch aus dem Bereich der Schulen meldet das Gesundheitsamt weitere zehn Fälle. Betroffen ist erneut die Ludwig-Geissler-Schule in Hanau und die Geschwister-Scholl-Schule im Stadtteil Steinheim mit zwei bestätigten Infektionen. In Maintal gibt es einen Fall an der Büchertalschule und an der Hasselbachschule in Neuenhaßlau. In Schlüchtern sind die Kinzigschule und die Heinrich-Hehrmann-Schule betroffen. An der Grundschule Rückingen sind erstmals drei bestätigte Infektionen aus einer Klasse gemeldet worden. Die betroffenen Schulkinder haben sich vermutlich bei derselben Person angesteckt.

Die heute gemeldeten 204 neuen Fälle kommen aus Hanau (70), Schlüchtern (29), Maintal (18), Gründau (12), Sinntal (10), Gelnhausen (8), Erlensee (8), Bruchköbel (7), Steinau (5), Brachttal (4), Langenselbold (4), Linsengericht (4), Schöneck (4), Bad Orb (3), Freigericht (3), Großkrotzenburg (3), Hammersbach (3), Rodenbach (3) und Nidderau (2). Außerdem gibt es jeweils einen neuen Fall in Birstein, Neuberg und Wächtersbach. Ein Fall konnte noch nicht zugeordnet werden.

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