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Kein Leichtsinn nach Lockerungen

Corona: Kreisspitze sieht aktuell nur eine „Verschnaufpause“

07 Mai 2020 / 15:58 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). „Wir alle haben es selbst in der Hand, mit dem nächsten Schritt der Lockerungen im wirtschaftlichen und öffentlichen Leben verantwortungsvoll umzugehen und damit mittelfristig weitere Schritte folgen zu lassen“, sagen Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann. Die angekündigten Lockerungen des Bundes und der Landesregierung, etwa für das Gastgewerbe oder die Schulen, habe der Main-Kinzig-Kreis in dieser Woche schon zum Anlass genommen, seinerseits die nächsten Schritte vorzubereiten. Gleichwohl fordert die Kreisspitze die Bürger weiter zur Vorsicht auf. „Die Aufhebung von weiteren Beschränkungen darf nicht zu leichtsinnigem Verhalten führen“, sagt Stolz. „Weiter Abstand halten, die noch bestehenden Kontaktbeschränkungen beachten und gegenseitige Rücksichtnahme im Alltag müssen weiter das Gebot der Stunde sein.“

Der Landrat macht deutlich, was die zwischen Bund und Ländern vereinbarte „Notbremse“ für den Main-Kinzig-Kreis bedeuten würde. Das Tempo der Lockerungen könne regional wieder gedrosselt werden, sollten die Infektionszahlen an bestimmten Orten in die Höhe steigen. Der Wert liegt bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in den zurückliegenden sieben Tagen. „Die neue Regelung auf die 420.000 Einwohner unseres Kreises übertragen bedeutet konkret, dass ab einer Zahl von 210 Neuinfektionen in einer Woche eine Reihe von bisherigen Lockerungen zurückgefahren und erneut Beschränkungen umgesetzt werden müssen“, erklärt Stolz. Diese Grenze liege schon relativ hoch, wenn man sich vergegenwärtige, dass sie selbst in der Zeit mit den höchsten Neuinfektionen im Main-Kinzig-Kreis nicht annähernd erreicht worden sei. „In der ersten April-Hälfte hatten wir einmal einen Wert von 110 Infizierten pro 100.000 Einwohnern. Es muss unser aller Ziel sein, gerade mit Rücksicht auf unser Gesundheitssystem weit unterhalb der Marke von 210, besser noch von 110 zu bleiben“, so Stolz.

Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler spricht angesichts der zurückgehenden Zahlen an Neuinfektionen zwar von einer „Verschnaufpause“, will den Inzidenz-Wert von 50 Fällen je 100.000 Einwohner in einer Woche aber nicht als Startpunkt für ein Gegensteuern verstanden wissen. „Wir sehen, dass die erste Phase der Corona-Pandemie hinter uns liegt. Aber das Virus hat sich nicht verändert. Es kann sich rasant in Einrichtungen ausbreiten, es kann sich bei Menschenansammlungen stark verbreiten, und es bleibt insbesondere für die ältere Generation und Vorerkrankte genauso gefährlich wie am Anfang der Pandemie“, betont die Erste Kreisbeigeordnete.

Entscheidend bleibe ein frühzeitiges Eindämmen, wo immer ein Ansteckungsweg anzunehmen sei. Das sei im Main-Kinzig-Kreis weitgehend gelungen. „Die Strukturen auf kommunaler Ebene waren robust und so flexibel wie notwendig. Wir haben durch die enge Zusammenarbeit aller auch teilweise neue Strukturen aufbauen und dieser Pandemie bisher gut trotzen können. Eine wie auch immer geartete Notbremse von außen haben wir bisher nicht gebraucht. Es ist einfach Teil der täglichen Arbeit des Gesundheitsamts und aller Beteiligten, die Verbreitung des Virus einzudämmen, zu verlangsamen und zur Vorsicht, Umsicht und Rücksicht aufzurufen.“

Mehr dazu lesen Sie am Freitag, 8. Mai, in der GNZ.

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