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Keine verlässlichen Prognosen

Zwei Monate Corona-Pandemie: Eine Zwischenbilanz

13 Mai 2020 / 17:34 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Vor rund zwei Monaten ist das Coronavirus auch im Main-Kinzig-Kreis angekommen. Seitdem wurden insgesamt knapp 680 Infektionen offiziell bestätigt, 41 Personen sind unter Einfluss der neuen Lungenkrankheit gestorben. Doch die Lage ist derzeit „nicht nur unter Kontrolle, sondern wir sehen eine leichte Tendenz zur Entspannung“, sagt die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Als verantwortliche Gesundheitsdezernentin für den gesamten Main-Kinzig-Kreis ist sie täglich mit den aktuellen Entwicklungen betraut und erörtert mit Landrat Thorsten Stolz, dem Kreisbeigeordneten Winfried Ottmann und den Führungskräften im eigens gebildeten Verwaltungsstab die notwendigen Schritte.

„Wir erkennen, dass die Infektionszahlen aufgrund der Regeln und Beschränkungen der vergangenen Wochen in der gesamten Bevölkerung gesunken sind. Aber die Situationen bei einem Eintrag des Virus in geschlossene Systeme des Kranken- und Pflegewesens bleiben schwierig. Da müssen wir weiterhin besonders hinschauen und sehr schnell reagieren“, schildert Simmler die Lage. Die Zahl der täglich bestätigten Fälle ist nach einem letzten Höhepunkt zwischen dem 16. und 22. April spürbar gesunken. Statt der mehrfach über 20 neuen Fälle pro Tag liegt die Größenordnung der vergangenen Woche bei täglich durchschnittlich sechs ermittelten Ansteckungen. Auch geht parallel die Zahl der genesenen Personen erwartungsgemäß nach oben.

„Diese Beobachtungen sind allerdings allenfalls eine Zwischenbilanz und ermöglichen keine verlässlichen Prognosen für die nahe Zukunft“, so die Botschaft der Gesundheitsdezernentin. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Welle der Infektionen auch sehr schnell wieder anwachsen könne. Insbesondere die Ausbrüche in Altenpflegeeinrichtungen, Krankenhäusern oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen seien jeweils folgenschwere Ereignisse. „Alle Beteiligten sind sich einig, dass wir mit den Schutzmaßnahmen gerade für die Risikogruppen keinesfalls nachlassen dürfen“, macht Simmler erneut deutlich. In den vergangenen sechs Wochen waren bereits mehr als zehn Altenpflegeinrichtungen im Main-Kinzig-Kreis betroffen.

Aus diesem Umfeld war zuletzt auch der größte Teil der positiven Fälle gekommen. Zufällige Übertragungen im Alltag blieben auch aufgrund der geltenden Beschränkungen bisher die seltene Ausnahme. Das belegt auch die Tatsache, dass während der vergangenen zehn Tage aus zwölf Städten und Gemeinden des Main-Kinzig-Kreises gar keine Neuinfektionen gemeldet wurden. Erfreulich ist auch der Trend bei den stationären Aufnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Nach dem Höchststand von 62 Personen am 19. April sind es derzeit noch 24 Patienten, die in einer Klinik betreut werden.

„Wir beobachten aber auch, dass Menschen, die in die Krankenhäuser kommen, schwerer erkrankt sind und länger eine intensive Behandlung benötigen“, berichtet Susanne Simmler weiter. Mit der gleichzeitigen „neuen“ Normalität in den Krankenhäusern und der notwendigen Aufnahme einer regulären Versorgung vieler bisher nicht vorgenommener Behandlungen müsse genau darauf geachtet werden, wie sich die nun beschlossenen Lockerungen auf die Infektionen in der heimischen Region auswirkten.

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