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Kirche in Zeiten von Corona

Dechant Günther und Pfarrerin Rilke über die Ausnahmesituation

20 Mrz 2020 / 18:46 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (wel). Öffentliche Gottesdienste sind ausgesetzt, Seelsorge ist nur schwer möglich, es gibt keine Taufen, Beisetzungen dürfen nur im kleinsten Kreis stattfinden – auch die Kirchengemeinden im Main-Kinzig-Kreis stehen in Zeiten von Corona vor großen Herausforderungen. Über Einschränkungen, aber auch über Chancen sprach die GNZ mit Beate Rilke, evangelische Pfarrerin in Wächtersbach, und Markus Günther, Dechant des Dekanats Kinzigtal und zugleich katholischer Pfarrer in Gelnhausen, Gründau und Linsengericht.

„In Wächtersbach haben wir einen ‚Gottesdienst To-Go‘ im Angebot. Das ist ein kleiner Impuls, den man zuhause für sich, in der Familie feiern kann“, sagt Pfarrerin Beate Rilke. „Dieser Gottesdienst ist in einem Umschlag und liegt zum Mitnehmen aus. Wir werden diesen Gottesdienst auch digital zur Verfügung stellen – oder per Mail oder Post verschicken.“ Im Netz gebe es weitere Angebote. Viele Kollegen arbeiteten zurzeit an digitalen Formaten.

In eine ähnliche Richtung zielt Markus Günther: „Wir Priester – so meine beiden Kapläne und ich – feiern in den Kirchen des Pastoralverbunds im Stillen die Eucharistie. Da die Gläubigen leider nicht teilnehmen können, gibt es seitens der Diözese Fulda verschiedene Gottesdienste, die unter anderem im Internet unter www.bistum-fulda.de übertragen werden. Außerdem sind die Gläubigen eingeladen, im Kreis der häuslichen Gemeinschaft gemeinsam zu beten und private Andachten und Hausgottesdienste zu feiern.“ Anregungen dazu finden sich ebenfalls auf der Homepage des Bistums sowie auf der Homepage des heimischen Verbunds Gelnhausen, Gründau und Linsengericht unter www.katholische-kirche-raum-gelnhausen.de und in den sozialen Medien. Die Kirchen bleiben zu den üblichen Öffnungszeiten tagsüber für das private Gebet geöffnet.

Schwierig ist zurzeit die kirchliche Seelsorge. „Es gilt, Distanz zu wahren – und doch sollen und wollen wir gleichzeitig für die Menschen da sein“, sagt Beate Rilke. „Das ist schwer. Und wir werden sehen, in welcher Form das geht. Vieles ist in den letzten Tagen im Fluss gewesen. Erreichbar sind wir ja weiterhin. Ein Telefonat ist natürlich etwas anderes als ein Besuch. Trotzdem gibt es Kontaktmöglichkeiten. Mir ist bewusst geworden, dass ich bei Besuchen eine hohe Verantwortung trage. Denn schließlich kann auch ich Überträgerin des Virus sein.“

Auch Markus Günther und sein Team haben sich gefragt, wie Seelsorge noch funktionieren kann: „Da die persönlichen Kontakte auf ein Minimum beschränkt bleiben, nutzen wir vermehrt Telefon und Internet, um in Verbindung zu bleiben. Neuerdings haben wir auf unserer Homepage einen eigenen YouTube-Kanal geschaltet, um mit aktuellen spirituellen Impulsen die Menschen zu erreichen, wie etwa das Angebot ‚Gebetsnetz‘, das jetzt online geht.“

Mehr dazu lesen Sie am Samstag, 21. März, in der GNZ.

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