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Kreis bereitet Corona-Impfungen vor

Zwei Zentren in Hanau und Gelnhausen geplant / Mobiles Team als Ergänzung

22 Nov 2020 / 14:31 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Nachdem über das Wochenende erste Informationen zur Impfstrategie des Bundes und der Länder bekannt geworden sind, hat die Kreisspitze unmittelbar ein Projektteam ins Leben gerufen, um die Corona-Impfungen auf der Ebene des Main-Kinzig-Kreises organisatorisch, logistisch und personell vorzubereiten. Das teilte der Kreis am Sonntag mit.

Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann kündigten in einer Pressemitteilung an, die notwendige Infrastruktur in den kommenden Wochen dafür zu schaffen. Dabei sei heute schon klar, dass die Umsetzung der Schutzimpfungen, neben den bisherigen Aufgaben zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, die nächste große Herausforderung sein werde, die der Main-Kinzig-Kreis zu bewerkstelligen habe. Denn legt man – wie für Hessen angenommen – eine Impfquote von 60 Prozent der Bevölkerung zugrunde, so bedeute das für den Kreis, das rund 250 000 Menschen innerhalb kurzer Zeit geimpft werden sollen. Das Zusammenwirken des Gesundheitsamtes, bei dem die Gesamtverantwortung liegt, und dem Katastrophenschutz, der für den Aufbau und den Betrieb der Impfzentren sorgen soll, sei dabei genauso unabdingbar wie die Suche nach geeignetem Personal, Räumlichkeiten und die Vorbereitung der Abläufe.

Nach ersten Überlegungen und den bisher aus Wiesbaden bekannten Rahmenbedingungen bereitet der Main-Kinzig-Kreis die Einrichtung zweier fester Impfzentren vor. Geplant sind demnach Standorte in Hanau und Gelnhausen. Zudem soll ein mobiles Team speziell für Einrichtungen, beispielsweise für Senioren- und Pflegeheime, aufgebaut werden.

„Es gibt für vergleichbare Szenarien gut vorbereitete Pläne, auf welche Weise eine groß angelegte Impfaktion zu organisieren wäre“, erklären Stolz, Simmler und Ottmann. Fachleute aus verschiedenen Abteilungen der Kreisverwaltung arbeiteten mit den Vorgaben des Landes nun daran, die baulichen, technischen, personellen und organisatorischen Voraussetzungen innerhalb kürzester Zeit zu schaffen.

„Allen Beteiligten ist bewusst, dass es für eine solche Impfaktion für große Bevölkerungsanteile innerhalb möglichst kurzer Zeiträume eine gute Abstimmung und Vorbereitung braucht“, bestätigt Stolz. „Der Main-Kinzig-Kreis ist bereit, seinen Teil der Aufgabe zu übernehmen“, berichtet Simmler. „Dabei kommt dem Öffentlichen Gesundheitsdienst nun eine weitere wichtige Aufgabe zu: Wir sind zentraler Akteur bei der strategischen Planung und Organisation der Impfungen. Dabei ist es gut, dass nun viele theoretische Überlegungen und Vorbereitungen der letzten Wochen auch in die Realität umgesetzt werden können. Und trotzdem liegt noch einiges an Arbeit vor uns. Das gehen wir jetzt nach und nach an“, so die Gesundheitsdezernentin.

„Derzeit wissen wir noch zu wenig, um all die Fragen, die wir uns stellen und die verständlicherweise vorhanden sind, beantworten zu können“, erklärt die Kreisspitze. Aber auch für die Verbreitung der notwendigen Informationen werde der Main-Kinzig-Kreis sich entsprechend vorbereiten. In den kommenden Tagen würden sich die Planungen auf Grundlage der neuesten Informationen weiter konkretisieren. Sobald verlässliche Fakten zu den nächsten Schritten vorliegen, werde der Kreis die Bürger entsprechend informieren. „Dabei ist uns bewusst, dass im Hinblick auf die Schutzimpfungen eine große Erwartungshaltung in der Bürgerschaft existiert“, erklären Stolz, Simmler und Ottmann. Aber auch hier sei das Vertrauen in die leistungsfähige Verwaltung gefordert, die entsprechend der bundesweiten Strategie die Impfungen innerhalb einer möglichst kurzen Zeit umsetzen werde. Dafür werde der Main-Kinzig-Kreis ab sofort alle notwendigen Ressourcen im Sinne der Bürger einsetzen.

Weitere 159 Fälle Inzidenz erreicht Wert von 251

Zum Abschluss der vergangenen Woche ist der Inzidenzwert im Main-Kinzig-Kreis auf 251 gestiegen, wie der Kreis weiterhin am Sonntag mitteilte. Grund dafür sind weitere 159 bestätigte Covid-19-Infektionen für den Freitag sowie acht nachträglich erfasste Fälle, die für die Vortage in die Statistik eingeflossen sind, wie der Main-Kinzig-Kreis gestern mitteilte. Zwei Personen aus Großkrotzenburg und Linsengericht sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Damit steigt die Gesamtzahl der seit Ausbruch der Corona-Pandemie erfassten Infektionen auf 5436. Als infektiös werden aktuell laut Gesundheitsamt 2004 Menschen eingestuft. Die Anzahl der Menschen, welche die akute Infektion überstanden haben, liegt bei 3363. Aus dem Main-Kinzig-Kreis sind 69 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Die Belegung der Krankenhäuser im Zusammenhang mit Covid-19 bleibt nach Angaben des Kreises ebenfalls auf einem hohen Niveau, aktuelle Zahlen dazu gebe es am Montag.

In einer Zwischenbilanz hat das Gesundheitsamt die seit Ende der Herbstferien ermittelten Covid-19-Fälle an den Schulen im Kreisgebiet zusammengefasst. So waren es demnach an 34 Grundschulen insgesamt 50 Fälle, bei den weiterführenden Schulen verteilten sich 212 Fälle auf 31 Schulen mit besonderen Schwerpunkten an den Berufsschulen in Hanau und Gelnhausen. An fünf Förderschulen gab es acht Fälle. Außerdem waren bisher 37 Kindertagesstätten mit 40 Fällen betroffen.

Die für Freitag gemeldeten 159 Fälle kommen aus Hanau (39), Maintal (21), Erlensee (8), Bad Soden-Salmünster (7), Freigericht (6), Nidderau (6), Schlüchtern (6), Bad Orb (5), Gelnhausen (5), Gründau (5), Neuberg (5), Niederdorfelden (5), Rodenbach (5), Langenselbold (4), Sinntal (4), Bruchköbel (3), Großkrotzenburg (3), Linsengericht (3), Schöneck (3), Wächtersbach (3), Brachttal (2) und Hammersbach (2). Außerdem gibt es jeweils einen neuen Fall in Biebergemünd, Birstein, Flörsbachtal, Jossgrund, Ronneburg und Steinau. Drei Fälle konnten noch nicht zugeordnet werden.

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