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Kreis für ICE-Halt in Gelnhausen

Barbarossastadt als östliches Tor ins Rhein-Main-Gebiet

05 Nov 2020 / 14:36 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Die Gespräche und Abstimmungen für ein Mobilitätsleitbild für den Main-Kinzig-Kreis sind weitgehend abgeschlossen. In diesem Zusammenhang wurde auch die verbesserte Anbindung an den Fernverkehr erörtert. Eine zentrale Forderung ist dabei ein künftiger ICE-Halt am Bahnhof Gelnhausen, berichtet Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann.

Wie der Verkehrsdezernent weiter ausführt, wird die Zieldefinition zu einem Fernverkehrshalt in Gelnhausen im Mobilitätsleitbild festgeschrieben. „Nach heutiger Einschätzung kann bereits ab 2030 zur Eröffnung der viergleisigen Ausbaustrecke zwischen Hanau und Gelnhausen in der Kreisstadt ein Fernbahn- halt realisiert werden“, beschreibt Ottmann die mögliche Perspektive. Diese Forderung soll in den kommenden Monaten weiter kommuniziert und dann auch in den Planungsprozess eingebunden werden.

Schon jetzt sei der besondere Bedarf festzustellen, und die Stellung Gelnhausens werde in der nahen Zukunft als Impulszentrum im Osten des Verdichtungsraums durch prognostizierte demografische und siedlungsstrukturelle Entwicklungen deutlich gestärkt. „In der Konsequenz muss hier auch die verkehrliche Infrastruktur ertüchtigt und weiterentwickelt werden. Erreichbarkeiten sind sowohl für Fernreisende als auch für Pendler zu verbessern, Reisezeiten sind zu verkürzen, gerade im Korridor zwischen Gelnhausen, Hanau und Frankfurt“, sagt Ottmann.

In einer Machbarkeitsstudie soll fachlich analysiert werden, welche Fernbahn- oder Intercitylinien in Gelnhausen halten könnten und welche infrastrukturellen Voraussetzungen an den Bahnsteigen und Bahnanlagen hierfür geschaffen werden müssten. Es sei auch zu untersuchen, inwieweit eine Harmonisierung mit dem bestehenden ICE-Halt Hanau dazu beitragen könnte, eine Verbesserung des künftigen Fernverkehrsangebots für den gesamten Raum zu realisieren.

Nach Einschätzung des Geschäftsführers der Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig, Rüdiger Krenkel, ist für einige der zahlreisen Fernverkehrslinien, die auf dieser Strecke verkehren, ein Halt auch in Gelnhausen durchaus sinnvoll. Diese Chance müsse im Rahmen des Streckenausbaus genutzt werden. Ähnlich wie die Städte Friedberg im Norden, Limburg im Nordwesten oder Bensheim im Süden des Rhein-Main-Gebiets könne Gelnhausen durch die Einrichtung eines Fernverkehrshalts künftig das östliche Tor ins Rhein-Main-Gebiet sein. Viele umständliche Fahrten über den Frankfurter Hauptbahnhof könnten entfallen, wenn man bereits in Gelnhausen aus- oder umsteigen kann.

Als „große Chance“ bewertet Krenkel in diesem Zusammenhang das gemeinsame Bauprogramm von Bund und Bahn, insbesondere den viergleisigen Ausbau der bestehenden Strecke zwischen Hanau und Gelnhausen. Dadurch könnten Regional- und Fernverkehr in Zukunft jeweils auf eigenen Gleisen fahren und sich nicht – wie heute – gegenseitig behindern. Bahnsteige und Gleisanlagen würden hierfür umgebaut, alle technischen Anlagen modernisiert. Die voraussichtliche Inbetriebnahme sei abschnittweise vorgesehen. Ab 2030 sollen die ersten Abschnitte fertiggestellt sein. „Nach dem Ausbau des Gleisfelds im Bahnhof Gelnhausen können durchgehende Züge grundsätzlich auf den schnellen Gleisen fahren, die haltenden Züge – seien es Regional- oder Fernverkehrszüge – werden zum Halten über Weichen auf die Gleise geleitet, die an den jeweiligen Bahnsteigkanten liegen“, erläutert Krenkel.

Dieser Aspekt füge sich nahtlos ein in die aktuellen Herausforderungen durch den demografischen Wandel, die Veränderungen der individuellen Lebens- und Mobilitätsmuster und entspreche dem derzeitigen Handlungsbedarf in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz, sagt Kreisbeigeordneter Ottmann. Mit Hilfe eines Mobilitätsleitbildes werden diese Zukunftsaufgaben derzeit im Main-Kinzig-Kreis dargestellt und zu konkreten Zielsetzungen entwickelt. Noch zum Jahresende kann das abgestimmte Papier dann als buchstäblicher Wegweiser vorliegen.

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