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Krisenintervention fürs Kindeswohl

Vom Leben in der Inobhutnahme des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs

03 Jan 2021 / 19:49 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (nic). Es war nicht das erste Mal, aber diesmal war es noch schlimmer als sonst. Ihr Papa, das hat Michelle gesehen, hat ihrer Mama wehgetan, sehr weh. Mit einem Messer. Der Notarzt musste kommen und die Polizei, und zwischen Angst, Blut und Blaulicht war da auch jemand, der Michelle mitgenommen hat. Nicht nur ihre Mutter, auch Michelle ist an diesem Tag verletzt worden, auch wenn ihre Wunden nicht bluten. Damit sie in Ruhe heilen können, lebt die 13-Jährige seit ein paar Wochen in einer Inobhutnahmegruppe des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs (ASK). Hier werden Kinder untergebracht, die vom Jugendamt aufgrund einer akuten Krisensituation aus ihren Familien genommen werden müssen.

Das deutsche Grundgesetz stellt die Institution Familie unter besonderen Schutz. Erziehung ist Elternsache, es sei denn, es besteht eine unmittelbare Gefahr für die körperliche oder seelische Unversehrtheit des Kindes – so wie bei Michelle, die in Wirklichkeit anders heißt. Kindeswohlgefährdung nennt sich das und verpflichtet wiederum den Staat in Gestalt der Jugendämter, das konkrete Risiko zu bewerten und entsprechend tätig zu werden. Die Inobhutnahme ist der letzte, der schwerwiegendste Schritt, doch er ist gar nicht so selten: 49 500 Kinder sind 2019 deutschlandweit in Obhut genommen worden – eine Zahl, die seit Jahren steigt.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 4. Januar.

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