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Landrat mahnt Vorsicht und Respekt an

Erfolge nicht aufs Spiel setzen / Wüste Beschimpfungen im Netz

10 Feb 2021 / 17:06 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Nach dem reibungslosen Start der regionalen Impfzentren in Gelnhausen und Hanau hat Landrat Thorsten Stolz heute betont, dass Vorsicht und Zuversicht auch für die nächsten Wochen geboten seien. Außerdem mahnt der Landrat einen respektvollen Umgang an, gerade auch in den sozialen Netzwerken.

„Vorsicht ist deshalb wichtig, weil wir aufpassen müssen, die Erfolge durch die bisherigen Kontaktbeschränkungen und Maßnahmen nicht wieder leichtfertig aufs Spiel zu setzen“, sagte Stolz. Nach wie vor gebe es im Landkreis ein Infektionsgeschehen auf hohem Niveau, sagte Stolz. Man müsse daher aufpassen, nicht durch zu frühe und zu breit angelegte Lockerungen einen weiteren Rückschlag zu erleiden.

„Zuversicht deshalb, weil auch im Main-Kinzig-Kreis die Zahl der Neuinfektionen sinkt, der Inzidenzwert rückläufig ist, die Zahl der stationären Aufnahmen in unseren vier Krankenhäusern seit dem Jahreswechsel abgenommen hat und wir auch beim Impfen – natürlich im Rahmen des zur Verfügung stehenden Impfstoffes – erste Erfolge verzeichnen“, so der Landrat.

Nach langen Wochen im Lockdown habe er großes Verständnis dafür, „dass bei vielen Menschen die Nerven blank liegen und die Sorge vorherrscht, dass alles noch lange andauern könnte: in den Unternehmen und Betrieben, die von der Schließung direkt betroffen sind und unter Existenzangst leiden, ebenso in den Familien, in denen Eltern Betreuung, Homeschooling und Beruf unter einen Hut bekommen müssen. Es ist genau das eingetreten, was ich bereits im vergangenen Jahr ganz oft gesagt habe: Die Pandemie stellt uns nicht nur vor eine medizinische Herausforderung, sondern ist auch eine Herausforderung für uns als Gesellschaft. Zusammenhalt, Solidarität und gegenseitiger Respekt werden auf eine enorme Belastungsprobe gestellt“, sagte Stolz. Nicht zu vergessen sei die Vereinslandschaft, der eine Perspektive fehle

Wie lange die Einschränkungen aber noch gelten müssten, vermöge niemand einzuschätzen. Die Corona-Pandemie sei mit nichts in der deutschen Nachkriegsgeschichte zu vergleichen, für diese Situation gebe es keinen Masterplan. Dennoch solle man sich bei aller Sorge und notwendiger Vorsicht die guten Gründe für Zuversicht vergegenwärtigen. Fast 10.000 Menschen seien im Main-Kinzig-Kreis bereits geimpft. Der Impfbetrieb in den Impfzentren sei gut angelaufen und werde mit mehr Impfstoff noch deutlich an Fahrt aufnehmen.

„Genau deshalb – aus dem Blickwinkel von Vorsicht und Zuversicht – ist es auch notwendig, dass die Bundesländer eine gemeinsame Öffnungsstrategie entwickeln, und zwar für alle Berufs- und Lebensbereiche. Das erwarte ich auch als Landrat des Main-Kinzig-Kreises von der Landesregierung in Hessen“, betonte Stolz. „Dabei muss diese Öffnungsstrategie nicht nur die Fallzahlen und Inzidenzwerte im Blick behalten, sondern auch die freien Kapazitäten in der medizinischen Versorgung und den Fortschritt bei den Impfungen. Es ist zwingend notwendig, dass wir den Menschen Halt, Orientierung und eine Perspektive geben. Gerade auch deshalb, weil die nächsten Wochen weiterhin nicht einfach sein und in ganz vielen Bereichen eine Belastung darstellen werden.“

Bei aller Belastung und den Dingen, die kritikwürdig seien, bittet Landrat Stolz eindringlich um einen respektvollen Umgang, gerade auch in den sozialen Netzwerken, wo unter dem Stichwort Corona unter Klarnamen wüste direkte Beschimpfungen, Beleidigungen und auch Drohungen ausgesprochen würden. Den respektvollen Umgang brauche man – „trotz gerne auch unterschiedlicher Auffassungen in der Sache“. Denn: „Auch nach Corona leben wir miteinander und wollen uns gegenseitig in die Augen schauen können. Das gilt im Großen wie im Kleinen. Ich bin an dieser Stelle ganz bei unserem Bundespräsidenten, der in diesen Tagen gesagt hat: Gelingt uns der Kampf gegen das Virus, gewinnen alle. Verlieren wir ihn, verlieren alle.“

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