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Lehrer fordern Klarheit

GEW fehlt es an Reaktion auf Corona-Anstieg

29 Okt 2020 / 16:18 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Der Kreisverband Hanau der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beklagt eine mangelnde Entschlossenheit der Verantwortlichen, auch an Schulen die Verbreitung des Coronavirus zu stoppen. „Zu Beginn des Schuljahrs hat das Kultusministerium einen Plan vorgelegt, der bei steigenden Infektionszahlen einen stufenweisen Wechsel vom Unterricht vor Ort zur Beschulung der Kinder am häuslichen Rechner vorsieht“, erläutert Jörg Engels, Lehrer an der Albert-Einstein-Schule in Maintal und einer der beiden Vorsitzenden des GEW-Kreisverbands Hanau. „Wir erleben seit mehr als einer Woche, dass der Inzidenzwert sowohl in der Stadt Hanau als auch im Main-Kinzig-Kreis deutlich über der lange Zeit als kritisch benannten Marke von 50 liegt und rasant weiter steigt. Was wir allerdings nicht erleben, ist, dass man von verantwortlicher Seite beim Schulbetrieb darauf reagiert.“

Die Gewerkschafter kritisieren insbesondere, dass bislang kein Signal von Gesundheitsamt oder Schulamt ausgesendet worden sei, in Schulen der Umgebung wenigstens die sogenannte Stufe 2 auszulösen – einen eingeschränkten Regelbetrieb vor Ort in festen Lerngruppen – oder, besser noch, die Stufe 3, den Mischbetrieb aus Präsenz- und Distanzunterricht. Dieser alleine mache es möglich, die Zahl der in der Schule anwesenden Kinder zu reduzieren und etwa durch die Teilung von Klassen die Einhaltung der Abstandsregeln auch im Unterricht zu ermöglichen.

Bislang werde verbissen am Normalbetrieb festgehalten, beklagt die GEW. „Wir wissen, dass die Einschränkung des Schulbetriebs eine Zumutung für viele Elternhäuser darstellt und auch das Lernen der Schüler beeinträchtig“, sagt Engels. „Eingeschränkter Schulbetrieb ist ebensowenig unsere Idealvorstellung, geteilte Lerngruppen bedeuten einen immensen Mehraufwand, der auch nicht in unbezahlter Mehrarbeit münden darf. Es stellt sich aber die Frage, ob bis zu 30 Personen und mehr in engen und schlecht belüfteten Klassenzimmern derzeit noch länger vertretbar sind.“

Verschärfend komme hinzu, dass die Gesundheitsämter bundesweit und scheinbar auch vor Ort jenseits der Kapazitätsgrenzen arbeiteten. Schulleitungen würden vom Gesundheitsamt angewiesen, die Kontaktpersonen zu ermitteln und somit an ihrer Stelle die Verfolgung der Infektionsketten zu übernehmen, Quarantänemaßnahmen würden nicht mehr schriftlich eingeleitet, Schulen blieben oft ohne Informationen darüber, wer wie lange nicht zur Schule kommen darf.

Mehr dazu lesen Sie am Freitag, 30. Oktober, in der GNZ.

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