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Premieren, Pirouetten, Publikum!

„Sommer in Hanau“: Stadt startet vielfältiges Programm

01 Jun 2021 / 17:43 Uhr
Hanau (nic). Dornröschen hat bekanntlich ganze 100 Jahre geschlafen. Wenngleich das unbestritten viel, viel länger ist, als der kulturelle Dornröschenschlaf pandemiebedingt andauert, mag es manchem wie eine kleine Ewigkeit vorgekommen sein, dass es weder Kino noch Konzerte, weder Theater noch Lesungen, ja noch nicht mal eine Pizza beim Lieblingsitaliener gab. Doch jene Zeit, deren kulturelle Höhepunkte die Netflix-Abende auf dem Sofa oder das Feierabendbier auf Balkonien waren, soll in Hanau nun vorbei sein. Mit einem mehrere hundert Veranstaltungen umfassenden Aktionsprogramm will die Grimm-Stadt wieder durchstarten.

„Sommer in Hanau – wir küssen das Leben wach“ lautet das Motto des Programms, das die Kultur ebenso umfasst wie den Handel und die Gastronomie. Im Rahmen einer Pressekonferenz – auch jene seit Langem die erste ihrer Art – stellten Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Festspiel-Intendant Frank-Lorenz Engel, Bernd Michel vom städtischen Veranstaltungsbüro, Dirk Eisermann von der Agentur Shooter Promotions und Daniel Freimuth von der Hanau Marketing GmbH die einzelnen Bausteine des Hanauer Sommers 2021 vor.

Los geht es quasi ab sofort, nämlich am kommenden Samstag mit dem Programm „Hanau macht Musik“. Regionale Musiker werden ab dann an immer samstags an wechselnden Plätzen in der Innenstadt für musikalische Untermalung von Wochenmarktbummel und Shoppingtour sorgen – und damit die von der Pandemie gebeutelten Lokale und Einzelhändler wie auch lokale Künstler gleichermaßen unterstützen. Mehr als 100 Musiker seien bereits fest gebucht, wie Bernd Michel erläuterte.

Am 1. Juli fällt mit der Premiere des Musicals „Das tapfere Schneiderlein“ endlich der Startschuss für die Hanauer Festspiel-Saison, die eigentlich schon im Mai hatte starten sollen. Dafür geht es dann aber Schlag auf Schlag, denn gleich am 2. Juli steht mit Kleists Komödie „Der zerbrochene Krug“ Premiere Nummer zwei an. Ab 6. Juli dürfen „Schneeweißchen und Rosenrot“ ihr Publikum in eine märchenhafte Welt entführen, und die Premiere des „Rattenfängers von Hameln“ am 8. Juli ist eine im doppelten Sinn, steht doch damit erstmals eine Sage auf dem Hanauer Festspielplan. Zwar wären entsprechend der aktuell geltenden Landesverordnung nur 200 Zuschauer pro Aufführung erlaubt. Mit einem Maximum dessen, was in Sachen Sicherheitsvorkehrungen möglich ist, hoffe man aber auf eine Erhöhung der Besucherzahlen auf 320. Diese benötigen entweder einen Nachweis über eine erfolgte Impfung beziehungsweise Genesung oder einen tagesaktuellen Corona-Test. Auch vor dem Amphitheater wird es deshalb ein Schnelltestzentrum geben.

Doch nicht nur Festspiel-Fans kommen in diesem Sommer auf ihre Kosten. Der Hanauer Kultoursommer bietet darüber hinaus eine bunte Mischung aus Musik, Comedy und Literatur auf der Parkbühne hinter dem Comoedienhaus in Wilhelmsbad. Von Hannes Ringlstetter (21. Juli), einem Poetry Slam (22. Juli) über eine A-Capella-Nacht mit „LaLeLu“ und den „U-Bahn-Kontrollören in tiefgefrorenen Frauenkleidern“ (25. Juli) bis hin zu Henni Nachtsheim und Rick Cavanian (28. Juli) als Duo spannt sich der programmatische Bogen, bevor die Hanauer Musikernacht am 31. Juli den Schlusspunkt unter den diesjährigen Kultoursommer setzt – oder vielleicht sogar ein Ausrufezeichen.

Verzichten müssen die Hanauer ebenso wie die zahlreichen Fans von außerhalb allerdings auf die Wilhelmsbader Sommernacht, denn auch wenn die Grimm-Stadt kulturell wieder möglich macht, was nur geht, verwies Kulturdezernent Kaminsky doch darauf, dass Großveranstaltungen mit mehreren tausend Besuchern eben leider noch nicht dazugehören. Auch Lamboy- und Bürgerfest wird es vor diesem Hintergrund in diesem Jahr erneut nicht geben. Für Letzteres kündigte Kaminsky eine „außergewöhnliche Alternative“ an, an der derzeit noch mit Hochdruck gefeilt werde.

Nach dem Ende des Kultoursommers geht es mit dem Programm „Back to Life“ nahtlos weiter – erst auf der Wilhelmsbader Bühne, dann im Amphitheater. Dirk Eisermann von der Agentur Shooters freute sich sichtlich, dass die Jogginghose erstmal im Schrank bleiben und der Anzug rausgekramt werden kann. Immerhin reiht sich vom 1. August bis zum 2. Oktober eine Veranstaltung an die nächste, in der Hoffnung, ein möglichst breites Spektrum an Musik- und Theatergeschmack abzudecken. So liest und singt Wolfgang Niedecken (1. September), rocken die Rodgau Monotones (11. September) und begleitet die Neue Philharmonie Frankfurt Charlie Chaplins „The Gold Rush“.

Mehr Frequenz in die Innenstadt bringen sollen überdies zahlreiche Aktionen der Hanau Marketing Gesellschaft, darunter „Hanau räumt die Lager“ (17. August) oder das „Late Night Shopping“ am 28. August. Die erfolgreiche Reihe „Abendgold“ auf dem Altstädter Markt soll ebenso fortgesetzt werden wie mehrere Gastro-Nächte. Auch der Schmuckmarkt im Goldschmiedehaus sowie der Kunsthandwerker- und Keramikmarkt sollen – Stand jetzt – wieder stattfinden. Und wem das alles noch nicht reicht, der kann mutmaßlich ab Ende August auf dem Freiheitsplatz Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen. Kein Witz: Dort soll bis Oktober eine 400 Quadratmeter große Eisbahn aufgebaut werden, die eigentlich gar nicht aus Eis, sondern aus Kunststoff besteht und deshalb klimaneutrales Pirouettendrehen auch im Hochsommer möglich macht.

In Summe ein durchaus beachtliches Programm, das selbst das müdeste Dornröschen aus den Federn locken dürfte. Alle Informationen dazu gibt es ständig aktualisiert unter www.sommer-in-hanau.de.

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