SUCHE

SPD-Politikerin zieht Konsequenzen

Sonja Senzel legt nach Verurteilung alle Ehrenämter nieder

06 Mai 2020 / 16:53 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (wel). Die ehrenamtliche Kreisbeigeordnete und Fraktionsvorsitzende der SPD Steinau, Sonja Senzel, tritt mit sofortiger Wirkung von allen Ämtern zurück. Das hat die Rechtsanwältin aus Steinau heute Nachmittag in einer persönlichen Erklärung mitgeteilt.

„Ich habe in meiner beruflichen Funktion als Rechtsanwältin einen Fehler gemacht. Und ich möchte vermeiden, dass mein berufliches Fehlverhalten mit meiner Tätigkeit als ehrenamtliche Politikerin vermischt wird“, scheibt Senzel.

Der Grund, warum sie ihre ehrenamtlichen Mandate in der Steinauer Stadtverordnetenversammlung als auch im Kreisausschuss niederlege, sei ihr Handeln als mit Nachlassangelegenheiten betraute Juristin. Das Amtsgericht Gelnhausen habe sie der Untreue durch Unterlassen für schuldig befunden, da sie, wie sie sagt „versehentlich“, Gelder aus einem Nachlass auf andere Konten transferiert habe. Dabei geht es nach GNZ-Informationen um eine Summe von 35.000 Euro. Das Amtsgericht verurteilte sie zu einer einjährigen Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung.

„Ich möchte betonen, dass ich mein Fehlverhalten vor Gericht von vornherein eingeräumt habe und durch mein Handeln durch direktes Zurückzahlen dieser Gelder zuzüglich Zinsen im Endergebnis niemand finanziellen Schaden erlitten hat“, teilt Senzel mit. „Auch möchte ich betonen, dass ich zu keinem Zeitpunkt die Absicht hatte, mich zu bereichern oder irgendjemandem einen Schaden zuzufügen.“

Auch wenn sie gegen das Urteil des Schöffengerichts Berufung eingelegt habe und damit noch kein rechtskräftiges Urteil vorliege, sei ihr klar, dass sie aus ihren Fehlern Konsequenzen ziehen müsse. „Ich möchte durch diesen Schritt deutlich unterstreichen, dass ein persönliches Fehlverhalten vorliegt, kein Fehlverhalten der SPD in der Stadt Steinau oder im Unterbezirk.“

Sie habe heute die Funktionsträger ihrer Partei und den Landrat als Vorsitzenden des Kreisausschusses persönlich über ihren Schritt unterrichtet, schreibt Senzel. Alle hätten sie in ihrem Entschluss bestärkt. „Mein Handeln hat für mich persönlich gravierende Auswirkungen auf mein bisheriges Leben als Juristin und ehrenamtliche Politikerin“, so Senzel weiter. „Ich erwarte seitens der Öffentlichkeit kein Verständnis für meinen Fehler. Ja, ich habe einen Fehler gemacht in einer Zeit, in der ich gesundheitlich stark beeinträchtigt war. Und ja, ich bin bereit, die Konsequenzen für diesen Fehler zu tragen. Ich bitte um Verständnis, dass ich derzeit nicht in der Lage bin, über diese schriftliche Mitteilung hinaus weitere Fragen zu beantworten.“

Ihr sei in den vergangenen Tagen noch klarer geworden, dass für ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten ein besonders hoher Maßstab an Integrität und Glaubwürdigkeit unerlässlich seien. „Diesen Maßstab habe ich in den vergangenen Jahren stets bei anderen angelegt, daher ist es im Umkehrschluss auch nur konsequent, das eigene Handeln daran zu messen.“

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4