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Stolzes Ergebnis trotz Corona-Krise

Kinderzukunft zieht Bilanz: 48 000 Päckchen – so viele wie nie

26 Jan 2021 / 17:21 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Die Stiftung Kinderzukunft zieht eine überaus positive Bilanz ihrer Weihnachtspäckchenaktion. In Rumänien, der Ukraine sowie Bosnien und Herzegowina war die Freude in diesem Jahr besonders groß. Pandemiebedingt hatte niemand damit gerechnet, dass die Aktion überhaupt stattfinden könnte. Am Schluss waren es mit 48.000 Päckchen sogar stolze 10.000 mehr als im Vorjahr, die den Schwächsten der Gesellschaft – Kindern in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, sozial schwachen Familien, Waisenhäusern und Elendsvierteln – zugute kamen.

Eine ganz besondere Überraschung seien die Weihnachtspäckchen der Stiftung Kinderzukunft in diesem Jahr gewesen, meldeten die Ansprechpartner der Aktion in den Zielländern Rumänien, Bosnien und Herzegowina sowie der Ukraine. Die Situation schien für alle Beteiligten in Deutschland und den Zielländern unübersichtlich, die bürokratischen Hürden und Fallstricke waren nicht planbar. Trotzdem entschied man sich in der Stiftung für die Umsetzung. Die Kinder sollen ihre Päckchen erhalten. „Und wenn der schlimmste Fall eintritt, bekommen die Kinder die Päckchen zu Ostern“, antwortete Benita Sensen, Projektleiterin der Weihnachtspäckchen-Aktion, auf besorgte Nachfragen von Päckchen-Packern, die sich zum Teil schon seit Jahrzehnten an der Aktion beteiligen.

Zu Beginn der Pandemie im März 2020 hatte es noch so ausgesehen, als sei Weihnachten noch sehr weit weg und es gäbe keinen Grund, die Aktion im vorauseilenden Gehorsam abzusagen. Daher wurde alles wie gewohnt vorbereitet. Als die Situation im Sommer zwar entspannter, aber dennoch unklar war, wurden Konzepte geschrieben, wie die ehrenamtlichen Helfer im Lager, die zum Großteil der Risikogruppe angehörten, im Fall der Fälle geschützt werden könnten. Auch die rund 180 Abholungen in Deutschland und die Verteilung in den Ländern mit ehrenamtlichen Helfern wurde kritisch diskutiert, damit sie möglichst risikofrei ablaufen könnten. Dann, unmittelbar nachdem die Einladungen verschickt waren, spitzte sich die Lage zu: Unternehmen in Deutschland schickten ihre Mitarbeiter zurück ins Homeoffice, Geschäfte, Schulen und Einrichtungen wurden geschlossen. „Dann werden es eben nicht so viele Päckchen dieses Jahr, aber wir machen weiter“, entschied die Stiftung.

Aber es wurden nicht weniger, sondern sogar 10.000 Päckchen mehr. Alle Beteiligten fanden Lösungen, jeder für seine individuelle Situation. Für ein paar Helfer im Lager waren die Corona-Zahlen zu hoch, aber ein weiterer Aufruf löste der Stiftung auch dieses Problem und bescherte der Aktion viele neue und auch jüngere Helfer. Ein neues Fahrerpaar nahm sogar eine zweistündige Anfahrt in Kauf, bevor es seine Abholtour antreten konnte. „Für diesen Zweck würden wir es jederzeit wieder tun“, erklärte das Paar auf Nachfrage.

Deutschlandweit beteiligten sich insgesamt 191 Sammelstellen, außerdem 192 Schulen, Kitas und Behörden sowie 193 Unternehmen. In Gründau und Umgebung waren fast 100 Helfer im Lager, als Fahrer oder zum Telefonieren im Einsatz. Dadurch konnten zehn Lastwagen mit insgesamt rund 48.000 Geschenken ihren Weg in die Länder antreten und wie gewohnt Kinderaugen zum Leuchten bringen.

„Wir bedanken uns im Namen der Kinder von ganzem Herzen für das unermüdliche Engagement, für die Disziplin und das große Herz unserer Helfer und Unterstützer in diesem Jahr – einem Jahr, das vielen von uns so viel abverlangt hat“, sagt der geschäftsführende Vorstand der Stiftung, Hans-Georg Bayer.

Auch in den Zielländern mussten Lösungen gefunden werden, denn wie in Deutschland waren Schulen, Kitas und Einrichtungen zum Teil geschlossen. Gesetzliche Richtlinien verboten Zusammenkünfte und Weihnachtsfeiern, außerdem war allen Beteiligten klar, dass die Kinder, die die Päckchen erhalten, in den meisten Fällen durch Erkrankungen oder ihre Lebenssituation nicht resistent sind gegenüber möglichen Infektionen. Mit viel Fantasie wurden die Päckchen deshalb zum Teil vor den Türen der Einrichtungen an die Kinder übergeben. Manche Helfer hatten geschmückte mobile Weihnachtsbäume dabei und trugen, wo es möglich war, ein Weihnachtsmannkostüm über ihrer Schutzkleidung. Um die Menge an einzelnen Übergaben bewältigen zu können, halfen bei der Verteilung in diesem Jahr auch unterschiedliche kirchliche Einrichtungen und arbeiteten konfessionsübergreifend Hand in Hand, um das Projekt möglich zu machen.

„Ein großartiges Ergebnis“, sagt Projektleiterin Benita Sensen. „Es macht Mut, wie viele Menschen in Deutschland, trotz Isolation und mit eigenen Existenzängsten konfrontiert, einen Weg gefunden haben, Dinge einzukaufen und liebevoll zu verpacken. Sie haben damit Kindern, deren Lebenssituation geprägt ist durch Armut und Krankheit, ein bisschen Weihnachtsglück geschenkt.“

Weitere Informationen und Fotos zur Aktion gibt es auf der Webseite www.kinderzukunft.de unter der Rubrik „Wie wir helfen“ und dann „Weihnachtspäckchenaktion“.

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