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Teurer Klimaschutz für Wohnungen

Auf Eigentümer kommt eine gewaltige Sanierungswelle zu

31. Januar 2022 / 17:08 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Im Main-Kinzig-Kreis gibt es rund 200.000 Wohnungen – und auf deren Besitzer kommt eine gewaltige Sanierungswelle zu. Der Grund dafür sind die Klimaschutz-Ziele der Bundesregierung, und die kosten Geld: Rund 929 Millionen Euro pro Jahr werden Wohnungseigentümer im Main-Kinzig-Kreis nach und nach in Sanierungen investieren müssen, um die Wohnungen auf einen hohen Energiespar-Standard zu bringen, der bis 2045 erforderlich ist. Das geht aus einer Analyse zum regionalen Wohnungsmarkt hervor, die das Pestel-Institut für das Mieter-Gütesiegel „Mein Fair-Mieter“ vorgenommen hat. Alleine 243 Millionen Euro jährlich sind demnach notwendig, um die 87.500 Mietwohnungen im Main-Kinzig-Kreis energetisch zu sanieren.

Das Mieterschutz-Label warnt dabei vor einer „Klima-Miete“: „Die enormen Sanierungskosten dürfen nicht auf dem Rücken der Mieter abgeladen werden. Der Staat muss unbedingt verhindern, dass Mieter ‚arm saniert‘ werden“, sagt Matthias Günther vom Gütesiegel „Mein Fair-Mieter“. Und weiter: „Wer eine Wohnung mietet, darf – wenn überhaupt – nur mit einem Bruchteil der Kosten belastet werden. Klimaschutzsanierungen sind Investitionen ins Haus. Sie erhöhen den Wert der Immobilie – bei Miethäusern genauso wie beim Einfamilienhaus. Nutznießer sind damit in erster Linie die Hauseigentümer.“

Es sei daher die Aufgabe des Staates, Klimaschutz-Sanierungen bei Mietwohnungen mit Augenmaß und effektiv zu fördern. Gleichzeitig müsse es dabei eine klare Deckelung bei den Mieten geben, also keine Förderung ohne Gegenleistung der Eigentümer.

Mehr dazu lesen Sie am Dienstag, 1. Februar, in der GNZ.

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