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Vierte Warnstufe überschritten

Für die nächsten 14 Tage gelten verschärfte Regelungen

19 Okt 2020 / 17:24 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). Als Reaktion auf die steigenden Infektionszahlen und weil der Main-Kinzig-Kreis heute mit 75 Neuinfektionen und einem Inzidenzwert von 53,7 die vierte Coronawarnstufe des Landes Hessen überschritten hat, gilt seit Montag eine neue Allgemeinverfügung. Das Maßnahmenpaket, das vor allem gesellige Zusammenkünfte stärker einschränkt, hat der Verwaltungsstab des Kreises geschnürt. „Ziel ist es, das Infektionsgeschehen im Main-Kinzig-Kreis wieder deutlich zu reduzieren. Und zwar genau dort, wo wir immer noch einen großen Teil an Virusübertragung feststellen: Im privaten Umfeld, bei privaten Zusammenkünften und Feierlichkeiten“, teilten Landrat Thorsten Stolz, Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler und Kreisbeigeordner Winfried Ottmann mit.

Mit der neuen Allgemeinverfügung orientiert sich der Kreis an den Vereinbarungen, die zwischen Bund und Ländern, sowie den kreisfreien Städten und Landkreisen in der Rhein-Main-Region getroffen wurde. Orientierung geben der jeweilige Inzidenzwert und die damit verbundene Warnstufe. Dieser Sieben-Tage-Wert pro 100.000 Einwohner wird vom Gesundheitsamt für den gesamten Main-Kinzig-Kreis errechnet und veröffentlicht. Zudem werden die jeweiligen lokalen Ausbruchsgeschehen genau betrachtet und verfolgt. Ein Inzidenzwert auf lokaler Ebene hat hingegen keine Relevanz und kann auch nicht als Grundlage örtlicher Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie herangezogen werden. Es ist den zuständigen Gesundheitsbehörden vorbehalten, auf der Grundlage der jeweiligen Schwellenwerte Verfügungen und Anordnungen auf den Weg zu bringen. So gilt im Main-Kinzig-Kreis:

1. Zusammenkünfte, Veranstaltungen und Kulturangebote sind nur zulässig, wenn die Teilnehmerzahl unter freiem Himmel 100 Personen nicht überschreitet. Im geschlossenen Räumen liegt diese Grenze bei 50 Personen.

2. An privaten Feiern und privaten Veranstaltungen mit vornehmlich geselligem Charakter dürfen im öffentlichen Raum nicht mehr als zehn Personen teilnehmen. Das gilt auch für angemietete Räume in Bürgerhäusern, Gaststätten und Dorfgemeinschaftshäusern. Hierunter fallen etwa Hochzeits- und Geburtstagsfeiern.

3. Für Feiern in privaten Räumen, insbesondere in Wohnungen, wird dringend empfohlen, die Teilnehmerzahl von zehn Personen nicht zu überschreiten.

4. Mund-Nasen-Bedeckungen müssen überall getragen werden, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen. Dies gilt insbesondere auf stark frequentierten Plätzen wie Fußgängerzonen und Marktplätzen, aber auch in allen öffentlichen Gebäuden, etwa in Fahrstühlen, Kantinen und Eingangsbereichen von Hochhäusern, in Schulen und Bildungsstätten auch im Unterricht. Davon ausgenommen sind Grundschulen. Mund-Nasen-Bedeckungen müssen auch von Zuschauern bei Sportveranstaltungen sowie durchgängig auf Tagungen, Kongressen, Messen und in Kulturstätten getragen werden – auch am Platz.

5. Der Main-Kinzig-Kreis orientiert sich am Robert-Koch-Institut und empfiehlt dringend das Tragen von textilen Mund-Nasen-Bedeckungen und nicht ersatzweise das Tragen sogenannter Gesichtsschilde, auch „Faceshields“ genannt. Die Verwendung von Visieren ist nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand nicht als Alternative zur Mund-Nasen-Bedeckung anzusehen. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass Visiere deutlich schlechter als textile Mund-Nasen-Bedeckungen dazu geeignet sind, die beim Atmen und Sprechen ausgestoßene Feuchtigkeit und Tröpfchen zurückzuhalten. In der hessischen Landesverordnung ist dies allerdings erlaubt. Der Main-Kinzig-Kreis belässt es daher bei der medizinisch begründeten Empfehlung.

6. Für den Wettkampfbetrieb des Breiten- und Freizeitsports gilt eine Obergrenze von 100 Zuschauern unter freiem Himmel und 50 Zuschauern im geschlossenen Räumen.

7. Ausschank, Abgabe und Verkauf von alkoholischen Getränken sind in der Zeit von 23 bis 6 Uhr an allen Verkaufsstätten und ähnlichen Einrichtungen, insbesondere Tankstellen, Kiosken, Einzelhandelsgeschäften und Supermärkten, untersagt. Die Sperrzeit für das Gastgewerbe wurde auf 23 Uhr festgesetzt.

8. Ältere und pflegebedürftige Menschen dürfen in ihren jeweiligen Einrichtungen innerhalb einer Woche dreimal Besuch von einer Person erhalten; diese darf jeweils eine Stunde lang bleiben.

Bereits heute, mit Wiederbeginn des Schulbetriebs nach den Herbstferien, hat der Main-Kinzig-Kreis für die nächsten 14 Tage das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen während des Unterrichts in allen weiterführenden Schulen ab Klasse fünf verpflichtend gemacht. „Bislang spielen unsere Schulen zwar dank der guten Hygienekonzepte keine wesentliche Rolle, was die Virusübertragungen angeht“, sagt Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler. „Aber die zurückliegenden Wochen haben an den Schulen deutlich gemacht, dass bereits wenige Fälle zu Absonderungen von Hunderten von Schülern und Dutzenden von Lehrkräften geführt haben. Gerade zu Beginn der nasskalten Jahreszeit könnte sich die Situation schnell dramatisch verschlechtern.“

Landrat Stolz appelliert: „Wir bitten unsere Bürger für die nächsten Wochen darum, Veranstaltungen und Zusammenkünfte auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Nicht nur, um die sogenannten Risikopatienten zu schützen, sondern auch, um unser Gesundheits- und Pflegesystem insgesamt nicht zu überlasten.“ Dezernentin Simmler ergänzt: „Wir werden nach den 14 Tagen sehen, ob die Maßnahmen greifen. Wir alle können dazu beitragen, dass die Infektionszahlen wieder nach unten gehen und wir keinen zweiten Lockdown mit noch viel schärferen Einschränkungen erleben müssen. Jetzt gilt es – wir haben es selbst in der Hand.“

Zusätzlich zu dem Appell an die Bürger hat der Main-Kinzig-Kreis mit den Kommunen über erweiterte Kontrollen durch die Ordnungsämter gesprochen, um vor Ort verstärkt auf die neuen Regelungen aufmerksam zu machen.

Die wichtigsten Fragen zu den neuen Allgemeinverfügungen werden auf der Seite www.mkk.de unter „CoroNetz“ beantwortet.

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