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Vom Mut, die Veränderung zu sein

Wandfarben, aber nachhaltig – direkt aus dem Kinzig Valley II

15 oct 2021 / 16:10 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (re). „Nachhaltig, smart, innovativ“ – so beschreiben Mark Shif und Felix Dannich ihr Startup „Nawa“. Die beiden Gründer produzieren und verkaufen nachhaltige Wandfarben, und zwar direkt aus dem Main-Kinzig-Kreis. „Auf die einfachste Art und Weise mithilfe neuester Technologien und einem Top-Service“, wie sie sagen. Wir haben uns das Ganze einmal näher angeschaut.

„Wer zu spät kommt...“ – der gründet später mal ein Startup. Hätten Mark Shif und Felix Dannich es in ihrer Schulzeit mit der Pünktlichkeit allzu genau genommen, wären sie heute vermutlich nicht die Gründer eines Startups, das nachhaltige, umweltverträgliche Wandfarben herstellt und online verkauft. „Wir sind uns morgens immer auf dem Weg zur Schule über den Weg gelaufen, weil wir beide die absoluten ‚Zu-spät-Kommer‘ der Stufe waren“, erzählt Mark Shif, einer der beiden Gründer. Sie wurden beste Freunde, arbeiteten bei Zalando in Berlin und waren schon damals wie besessen von der Idee, ein Startup zu gründen.

Heute wollen die beiden Gründer mit Ihrer Selbstständigkeit etwas auf der Welt verbessern: „Wir wollen den gesellschaftlichen Wandel in Richtung bewusstes Leben antreiben und positiven Einfluss auf unsere Umwelt nehmen – selbstbestimmt und unabhängig von Konventionen“, sagt Mark. Und genau damit beschäftigen sie sich mit ihrem Unternehmen seit 2020 sehr intensiv. Final gegründet haben sie „Nawa“ im März dieses Jahres, einen Monat später folgte der Onlineshop www.nawa-home.de.

Warum gerade Wandfarbe? „Wir haben im vergangenen Jahr, völlig unabhängig voneinander, nach Wandfarbe gesucht – ich im Baumarkt und Felix im Fachhandel. Das fanden wir nervenaufreibend und kompliziert“, erzählt Mark. Als die beiden auch nach mehreren Wochen noch keine passende Farbe gefunden hattem, die ihren Ansprüchen genügte, nahmen sie die Dinge selbst in die Hand: „Da hat es bei uns Klick gemacht, und wir haben beschlossen, eine eigene Lösung auf den Markt zu bringen“, erzählt Felix. „Die im Einzelhandel erhältlichen Farben sind umweltschädigend, denn die eingesetzten Bindemittel und Synthetik-Farbpigmente werden auf Erdölbasis hergestellt und sorgen unter anderem für enorme CO2-Emissionen und Mikroplastik-Probleme weltweit. Diese synthetischen Inhaltsstoffe sind im Vergleich zu natürlichen Varianten vielfach günstiger und für Konzerne daher wirtschaftlicher.“

Dagegen bestehen die „Nawa“-Wandfarben auf Wasserbasis ausschließlich aus natürlichen Inhaltstoffen, was man auch am neutralen Geruch erkennt. Für jede verkaufte Farbdose lassen die Gründer außerdem einen Baum pflanzen – inzwischen sei man bei 1.400 Setzlingen angekommen. Ihnen gehe es aber um mehr als „nur“ um den Online-Handel mit Wandfarbe: „Mithilfe unserer Produkte wollen wir Nachhaltigkeit in der Wohnraumgestaltung salonfähig und zu einem neuen Branchenstandard machen. Wir wollen Profi-Produkte mit 100 Prozent natürlichen Inhaltsstoffen und einem vollständig nachhaltigen Konzept direkt über unsere eigenen Kanäle an Endkunden vertreiben – da gibt es keine zusätzlichen Händler-Margen, und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist fair“, beschreibt Mark die Vision ihres Startups.

Neben einer smarten Online-Umgebung setzt „Nawa“ auch auf persönlichen, kostenlosen Service via Telefon, WhatsApp und Live-Chat sowie demnächst auf eine individuelle Farbberatung per Video-Call. Das Sortiment kann sich sehen lassen: Über 30 verschiedene Farbtöne stehen zur Auswahl, die kreative Namen wie „Skinny Jeans“, „Innocent Wife“ oder „Coffee Date“ tragen. Produziert werden die Farben in Wächtersbach – genauer gesagt im Kinzig Valley II, einem Coworking Space auf dem Firmengelände der Kremer GmbH, der im September 2020 eröffnet wurde. Warum gerade hier? „Wir haben ein flexibles Coworking-Büro gesucht, das zwischen unseren Wohnorten Mainz und Fulda liegt“, erklärt Mark. Das Kinzig Valley II ist nicht nur örtlich ideal gelegen, sondern auch das Drumherum passt hervorragend, wie die Gründer sagen: „Es gibt alles, was das Herz begehrt: Großraumbüro, Meetingräume, ein eigenes Lager mit unseren Maschinen, an denen wir die Farben produzieren und mischen, Palettenplätze für unsere Produkte und das effiziente Versandsystem der Firma Kremer. Außerdem bekommen wir viel Support und Tipps bei allen Anliegen. So stellen wir uns eine wirklich perfekte Umgebung für Gründer vor.“

Die Zukunft habe noch viele Herausforderungen parat, so die beiden Gründer, denn der Farbenmarkt sei sehr alteingesessen und werde von wenigen großen Konzernen dominiert. Das wiederum biete mehr Potenzial für einen neuen, nachhaltigen Ansatz.

Und welche Tipps können Mark und Felix anderen Gründern mit auf den Weg geben? „Einfach starten und direkt loslegen, um während der Startup-Reise zu lernen. Ebenso wichtig: Viel ‚networken‘, mit Menschen und Unternehmen kommunizieren und sich nicht davor scheuen, Fragen zu stellen. Vor allem aber: Mut haben, die Veränderung zu sein, in einem von Konzernen dominierten Markt, in dem es eigentlich keine Veränderung gibt.“

Gelungener Auftakt für die „Kinzig Valley Pitch Night“ in Gelnhausen

Im Gelnhäuser Coworking Space Kinzig Valley ging kürzlich die erste „Kinzig Valley Pitch Night“ über die Bühne. Anlass dafür war die Idee, Gründern im Main-Kinzig-Kreis eine Bühne beziehungsweise einen Raum zu geben, um ihre Idee zu „pitchen“ – und das nicht, um einen Investor zu finden, sondern, um sich zu zeigen sowie Feedback und neue Impulse zu bekommen. Im Vordergrund stand der Mehrwert für die Gründer.

Die Auftaktveranstaltung fand im kleinen Rahmen mit exklusiven Einladungen statt. Auf der Bühne standen Jan-Niclas Weiglein von „Mr. Handsome“ mit natürlichen Männerpflegeprodukt-Boxen, Vera Piontkowski und Denis Diel von der „Firefly“-Crew, die den Brandschutz vereinfachen und mietbar machen, und Mark Shif von „Nawa“, der das Konzept der nachhaltigen Wandfarbe vorstellte. Alle drei Startups sind erst seit diesem Jahr aktiv, können aber bereits beeindruckende Geschichten erzählen.

In familiärer Atmosphäre gab es lange Feedback-Runden mit Tipps und Hinweisen, wie die Gründer ihre Idee auf das nächste Level heben können. Im Anschluss an die Pitchs wurde dies in persönlichen Gesprächen beim Networking vertieft. Die Startups konnten so einige wertvolle Kontakte knüpfen.

Sowohl die Startup-Unternehmer als auch die Zuschauer waren von dem neuen Event-Format begeistert und haben sich bereits für die nächste „Kinzig Valley Pitch Night“ auf die Gästeliste schreiben lassen. Eine solche Veranstaltung wird es künftig einmal im Quartal geben. Interessierte können sich dazu gerne beim Kinzig-Valley-Team melden. Nähere Informationen zum nächsten Event werden in Kürze veröffentlicht.

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