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Weniger Delikte im öffentlichen Raum

Straftaten im Kreis rückläufig, Aufklärungsquote steigt

25 Mrz 2020 / 14:23 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (mab). Die Wahrscheinlichkeit, im Main-Kinzig-Kreis Opfer einer Straftat zu werden, ist im vergangenen Jahr erneut gesunken – um stolze 6,7 Prozent. Noch erfreulicher sieht die Situation in Hanau aus. Hier ist die Zahl der Delikte auf die niedrigste Marke seit der Einrichtung des Polizeipräsidiums Südosthessen im Jahr 2001 gefallen, wie aus der Kriminalstatistik 2019 hervorgeht, die jetzt vorliegt. Während in Stadt und Kreis Delikte im öffentlichen Raum gesunken sind, hat die Zahl der Wohnungseinbrüche dagegen zugenommen. Deutlich auf dem Vormarsch ist die Online-Kriminalität.

Diese Zahlen können sich sehen lassen: Mit 42.139 Straftaten verzeichnete das Polizeipräsidium Südosthessen, das neben dem Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Hanau auch für die Stadt und den Landkreis Offenbach zuständig ist, 2019 insgesamt 2 921 Fälle weniger als im Vorjahr und den mit Abstand niedrigsten Wert seit Gründung des Präsidiums im Jahr 2001. Auch die Aufklärungsquote hat sich verbessert, von 62,4 auf 64 Prozent und somit auf den zweitbesten Wert seit 2001. Polizeipräsident Roland Ullmann macht für den Erfolg auch die verbesserten Rahmenbedingungen verantwortlich, die das Land Hessen geschaffen habe. „Hier seien beispielhaft ein Mehr an Personal durch die Einstellungsoffensive und die Ausstattung mit modernsten Arbeitsmitteln genannt“, betont der Präsident.

Im Main-Kinzig-Kreis (ohne die Stadt Hanau) ist die Zahl der Straftaten binnen Jahresfrist um 758 im Vorjahr auf 10.515 Fälle gesunken. Die Aufklärungsquote ist um einen Prozentpunkt auf 62,1 Prozent und somit auf den höchsten Wert seit 2001 gestiegen. Noch besser sieht das Ergebnis für die Stadt Hanau aus. Hier wurden 2019 insgesamt 6.806 Straftaten registriert, 435 Delikte weniger als 2018 – die niedrigste Marke seit 2001. Die Aufklärungsquote stieg im gleichen Zeitraum auf den Rekordwert von 70,3 Prozent.

Deutlich abgenommen in Kreis und Stadt hat die sogenannte Straßenkriminalität, also die Zahl der Delikte, die im öffentlichen Raum begangen wurden. Im Kreis sind die entsprechenden Fälle um 330 auf 1.911 Straftaten gesunken (minus 14,7 Prozent). Damit konnten die Delikte seit 2001 (4.486 Fälle) mehr als halbiert werden. Demgegenüber hat sich die Aufklärungsquote im gleichen Zeitraum von 9,8 auf jetzt 21,2 Prozent mehr als verdoppelt. Abgenommen im Vergleich zum Vorjahr haben vor allem Straßendiebstähle. Dagegen sind Sachbeschädigungen auf öffentlichen Plätzen im Main-Kinzig-Kreis geringfügig angestiegen.

Noch stärker als im Kreis ist die Straßenkriminalität in Hanau gesunken, von 1.375 auf 1 078 Straftaten, was einem Minus von 21,2 Prozent entspricht. Binnen eines Jahres ist die Aufklärungsquote im Stadtgebiet dazu um 8,9 Prozentpunkte auf 33,3 Prozent gestiegen. Deutliche Rückgänge verzeichnet die Statistik für Hanau im Bereich des Straßendiebstahls, bei Sachbeschädigungen an Fahrzeugen und Fällen von Vandalismus auf öffentlichen Plätzen. Leicht angestiegen (um drei Fälle) ist dagegen die Zahl der Straßenraube in Hanau.

Während die Straßen im Kreis sicherer geworden sind, haben die Wohnungseinbrüche um 98 Fälle auf 397 Delikte im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. 178-mal blieb es bei Versuchen. Auch die Aufklärungsquote ist spürbar gesunken: von 32,2 Prozent im Vorjahr auf nun 11,1 Prozent. Dennoch haben sich die Fälle von Wohnungseinbruchsdiebstählen binnen 15 Jahren im Kreisgebiet mehr als halbiert. 2004 zählte die Polizei noch 819 entsprechende Delikte.

Ähnlich sieht es in Hanau aus. Hier ist die Zahl der Wohnungseinbrüche seit 2004 um 60 Prozent gesunken. Nach dem Tiefstwert im Vorjahr (117 Delikte) haben die Delikte 2019 um 46 auf 163 Fälle wieder zugenommen. 66-mal scheiterten die Täter beim Versuch, in die fremde Wohnung zu gelangen. Auch in Hanau ist die Aufklärungsquote gesunken, von 16,2 Prozent im Vorjahr auf 8,6 Prozent 2019.

Mehr dazu lesen Sie am Donnerstag, 26. März, auf einer Sonderseite in der GNZ.

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