SUCHE

„Wir können nicht mehr hier leben“

„Integrationsbündnis 22. Juli“ erinnert an rassistisch motivierten Anschlag in Wächtersbach vor zwei Jahren / Frau des Opfers spricht bewegende Worte

25 Jul 2021 / 18:09 Uhr
Wächtersbach (bak). „Oh happy Day“ schallte es aus der Lautsprecheranlage auf dem Wächtersbacher Messegelände, als die Teilnehmer der Abschlusskundgebung der Sternradfahrt des „Integrationsbündnis 22. Juli“ erwartet wurden. Vor zwei Jahren war Bilal M. am 22. Juli mitten in Wächtersbach mit sechs Schüssen eines 55-Jährigen aus Biebergemünd niedergestreckt worden. Bilal M., der aus Eritrea stammt, leidet noch heute unter körperlichen Schmerzen, erklärte seine Frau Nadja, der am Mikrophon die Stimme beinahe versagte. Bilal selbst sei psychisch nicht in der Lage, nach Wächtersbach zu kommen. „Wir können nicht mehr hier leben“, machte sie klar. Sie spreche, damit sich etwas ändere, denn derartige rassistische Angriffe müssten aufhören, verlangte sie unter dem Beifall der Kundgebungsteilnehmer.

Eva Bonin und Jutta Sextro vom ausrichtenden Integrationsbündnis moderierten die Kundgebung. Sie stellten die Schüsse auf Bilal M. in Wächtersbach in eine ganze Reihe rassistischer Taten in Hessen sowie in ganz Deutschland und machten klar: „Wir tolerieren weder Hass noch Ausgrenzung!“

Sie freuten sich darüber, dass so viele gekommen seien. Von den 100 bis 200 Teilnehmern waren knapp 50 mit dem Fahrrad gekommen.

Mer dazu in der GNZ am Montag, 26. Juli

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4