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„Wir verwalten ein ständiges Defizit“

Organspende: Berufsschüler organisieren Informationstag mit DSO-Koordinatorin

25. Januar 2023 / 16:27 Uhr
Main-Kinzig-Kreis (mab). „Organspenden können Leben retten. Aber es wird viel zu wenig darüber gesprochen“, sagt Dennis Syurkaev. Gemeinsam mit seinen Mitschülerinnen Laura Morasch und Hannah Kreis hat der angehende Kaufmann für Büromanagement einen Informationstag zu diesem Thema an den Beruflichen Schulen Gelnhausen organisiert. Dafür hat sich das Dreier-Team mit Eva Jakob von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Unterstützung aus der Praxis geholt. In zwei Vorträgen vor insgesamt 100 Schülern berichtete die DSO-Koordinatorin über ihre Arbeit und die Bedeutung von Spenderausweisen. Ihre unmissverständliche Botschaft: Es reicht nicht, einen solchen auszufüllen. Man muss auch mit seinen Angehörigen über die eigenen Wünsche sprechen.

Vor wenigen Tagen besuchte Eva Jakob die Schule und berichtete vor rund 100 Jugendlichen über ihre Arbeit als Organspende-Koordinatorin. Ihre Zuhörer waren sichtlich beeindruckt. Als Koordinatorin in der DSO-Region Mitte, die Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland umfasst, ist Eva Jakob für die Organisation aller erforderlichen Schritte verantwortlich. 2022 verzeichnete die gemeinnützige Stiftung einen Rückgang um 6,9 Prozent. 869 Menschen hatten in Deutschland ein oder mehrere Organe gespendet – 64 weniger, als im Jahr davor. Die Gründe für diese Entwicklung sind schwer zu benennen. „Ganz klar hat sich die Corona-Pandemie negativ ausgewirkt“, sagt Eva Jakob. „In den Anfangstagen waren wir ständig mit neuen Erlassen konfrontiert. Angehörige durften die Krankenhäuser nicht betreten, das hat unsere Arbeit erschwert. Zudem sind die Krankenhäuser noch immer am Limit und haben mit Personalmangel zu kämpfen. Viele Beschäftigte, besonders auf den Intensivstationen, sind einfach überlastet und können nicht mehr. Nicht wenige sind bereits gegangen. Diese Pandemiefolgen spüren wir noch immer deutlich.“ Fest steht für Eva Jakob: „Wir verwalten ein ständiges Defizit“.

Mehr dazu lesen Sie am Donnerstag, 26. Januar, in der GNZ. Weitere Informationen zur Deutschen Stiftung Organtransplantation gibt es unter dso.de im Internet.

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