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Zur falschen Zeit am falschen Ort

55-jähriger Schütze aus Biebergemünd handelte aus Fremdenhass

23 Jul 2019 / 10:57 Uhr

Wächtersbach/Biebergemünd (wel/dpa). Der mutmaßliche Schütze, der am Montagmittag in Wächtersbach einen 26-jährigen Eritreer angeschossen und schwer verletzt hat, handelte offensichtlich aus Fremdenhass. Laut Aussagen von Oberstaatsanwalt Alexander Badle heute Morgen in Frankfurt hat der 55-Jährige aus Biebergemünd sein Opfer ausschließlich aufgrund seiner Hautfarbe angegriffen. Täter und Opfer kannten sich offensichtlich nicht. Der Eritreer sei „zur faslchen Zeit am falschen Ort“ gewesen. Es gebe klare Hinweise, dass ein fremdenfeindliches Motiv im Raum stehe.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Schützen in Biebergemünd wurden fünf Schusswaffen und fremdenfeindliches Material gefunden. Der Mann habe alle Waffen legal besessen. Der 55-Jährige hatte sich kurz nach der Tat in seinem Auto erschossen und einen Abschiedsbrief hinterlassen.

Der 26-jährige Eritreer wurde durch einen Schuss in den Bauchbereich getroffen. Eine Not-OP rettete sein Leben. „Er befindet sich nicht mehr in Lebensgefahr“, sagte Oberstaatsanwalt Badle heute Morgen. Der mutmaßliche Täter sei zuvor nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Aktuell gebe es keine Erkenntnisse, wonach der 55-Jährige Kontakte in rechtsextreme Kreise hatte. „Wir werden aber sein Umfeld weiter beleuchten“, sagte Badle.

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