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Mut zur Maske

Freiwillige Feuerwehr Ronneburg unterstützt die Bevölkerung

30 Apr 2020 / 18:05 Uhr
Ronneburg (kno). Die Freiwillige Feuerwehr Ronneburg hatte bereits vor der Masken-Pflicht, die diese Woche in Kraft trat, eine tolle Aktion ins Leben gerufen: Sie verteilte Masken aus eigener Herstellung an die Ronneburger Bevölkerung und bemühte sich darum, mehr Aufmerksamkeit auf den Mund-Nasen-Schutz sowie ihre wertvolle Arbeit im Brandschutz zu gewinnen. Die Aktion wurde sogar von Bürgermeister Andreas Hofmann unterstützt und ein Fotowettbewerb ausgeschrieben. Nach dem großen Erfolg der ersten drei Verteil-Aktionen wird es nun eine regelmäßige Ausgabe von selbstgenähten Masken an den Feuerwehrhäusern geben: Dienstags ab 19.30 Uhr kann man eine Maske von der Feuerwehr erhalten. Gerne werden auch Stoff- und Gummiband-Spenden von den Blauröcken entgegen genommen, um weitere kostenlose Masken anfertigen zu können.

„Bereits seit etwa vier Wochen, ab dem 3. April, läuft die Aktion“, erinnerte sich Katharina Kleinert, Mitglied der Einsatzabteilung sowie Leiterin der Brandschutzerziehung und Kinderfeuerwehr. „Zunächst gab es nur ein internes Projekt zur Herstellung der ersten Masken, für die auf Anhieb 25 Feuerwehrleute und ihre Familien und Bekannte gewonnen werden konnten. Die Masken wurden danach, ohne vorherige Werbung, am 11. April vor Rosi‘s Backshop, dem Edeka sowie in Altwiedermus und Neuwiedermuß an den Stationen des Backautos verteilt. „Bereits nach 30 Minuten hatten wir keine Masken mehr - 275 Masken wurden verteilt.“ Nach diesem Erfolg wurden am 17. April erneut Masken ausgegeben – dieses Mal mit vorheriger Ankündigung über Facebook, Homepage, App und Aushängen in den Feuerwehr-Infokästen: Circa 180 Masken verteilten die Brandschützer vor den Gaststätten „Zur Krone“ und „Zum Deutscher Hof“. Laut Kleinert waren bereits nach sechs Minuten in Hüttengesäß keine Masken mehr vorhanden, dabei wurden zu diesem Zeitpunkt nur maximal ein bis zwei Masken pro Haushalt ausgeben – immerhin war von der Maskenpflicht noch keine Rede.Während der dritten Verteilungsaktion wurden nochmal etwa 250 Mund-Nasen-Bedeckungen vor den Feuerwehrhäusern verteilt und eine zukünftig regelmäßige Ausgabe geplant. Die Masken sind kostenlos, aber es werden natürlich gerne Geldspenden für die Brandschutzerziehung entgegen genommen. Zudem achten die Blauröcke bei jeder ihrer Ausgabenauf hygienische Schutzmaßnahmen, wie den Mindestabstand, der teilweise durch Flatterbänder und Pylonen gesichert wird. Zudem tragen die Verteilenden selbst auch immer Masken und es wird Desinfektionsmittel bereitgestellt, welches der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Peter Malnaric spendete.

„Natürlich sind die Masken in erster Linie für die Ronneburger Bevölkerung gedacht, aber wir schicken niemanden weg, der uns unbekannt ist“, erklärte die Brandschutzerzieherin, welche selbst früher in Neuberg lebte, mittlerweile aber in Ronneburg wohnt. Insgesamt setzt sie sich bereits seit 15 Jahren für den Brandschutz ein, seit zehn Jahren bei der Ronneburger Feuerwehr. „Auf Bestellung können wir zudem auch nicht arbeiten – dazu fehlen uns die Kapazitäten. Keines unserer Mitglieder wird gezwungen, sich an dem Projekt zu beteiligen und die Produktion der Masken läuft komplett auf ehrenamtlicher Basis und in der Freizeit aller Helfer. Über Unterstützung freuen wir uns natürlich sehr. Und seit die Maskenpflicht eingeführt wurde, geben wir selbstverständlich auch mehr als eine Maske pro Haushalt an die Leute aus.“

Die Feuerwehr würde in den „Corona-Zeiten“ etwas anders aussehen, als sonst, da der Ausbildungsbetrieb komplett eingestellt werden musste, so Kleinert. Trotzdem stehe für die Feuerwehr der Bevölkerungsschutz weiterhin an erster Stelle. Die Brandschützer hätten sich überlegt, was sie für die Freunde und Nachbarn im Ort machen könnten, um für sie da zu sein und Aufmerksamkeit auf ihre Arbeit sowie Schutz und Sicherheit zu lenken. Nachdem der bekannte Comedian Eckart von Hirschhausen ein Video veröffentlichte, in dem er den Mund-Nasen-Schutz als geeignetes Instrument zur Eindämmung der schnellen Virusausbreitung erklärte, kam unter den Mitgliedern der Feuerwehr die Idee auf, solche Mund-Nasen-Bedeckungen anzufertigen und kostenlos zu verteilen. „Zunächst wurde dies in der Einsatzabteilung gemacht – sogar gestandene Feuerwehrmänner sitzen hierfür an der Nähmaschine“, schmunzelte Kleinert. „Gemeindebrandinspektor Christoph Ochs und sein Stellvertreter Peter Malnaric haben das Projekt koordiniert und stellten die Produktions- und Verteilungskette auf.“ Es wurden Stoffspenden bei den Feuerwehrkameraden eingesammelt, so dass jeder neutral den Stoff an einer zentralen Stelle im Hüttengesäßer Feuerwehr-Schulungsraum für die Herstellung der Masken abholen konnte. Der Schulungsraum wurde sozusagen zur Logistikstelle. Zeitgleich wurde ein Aufruf gestartete, wer Stoffe zuschneiden und nähen oder logistische Tätigkeiten übernehmen könnte. Fertige Masken wurden später wiederum eingesammelt und teilweise an anderer Stelle gewaschen, gebügelt und mit einer Anleitung eingeschweißt.

„Anfänglich war unser Anliegen hauptsächlich, die Maske salonfähig zu machen und die Scheu vor der Nasen-Mund-Bedeckung abzubauen – immerhin trugen wir bei der Verteilung ebenfalls Masken“, erklärte Kleinert. „Die Feuerwehr ist weiterhin präsent und für die Bevölkerung da. Seit der Masken-Pflicht ist dieses Projekt quasi zur Hilfs-Aktion geworden.“

Bürgermeister Hofmann war ebenfalls in das Projekt mit einbezogen und hatte die Idee zum Fotowettbewerb: Es wurde die kreativste und lustigste Darstellung einer Maske gefordert – egal ob eine Maske der Feuerwehr oder eine eigene Maske. Schlussendlich wurden mittels Online-Abstimmung drei Gewinner ermittelt, die sich über eine Ronneburg Tasse sowie Geldpreise freuen, die der Bürgermeister und die Gemeinde gestiftet haben.

Obwohl Brandschutzerziehung und Schulungsabende derzeit abgesagt werden mussten, sind die Blauröcke natürlich weiterhin ehrenamtlich für den Schutz der Ronneburger im Einsatz: In der Nacht vom 10. auf den 11. April, um 1.30 Uhr, erfolgte ein Einsatz in der Seniorendependance, der die Feuerwehr vor hygienische Herausforderungen stellte – alle hatten bereits in Feuerwehrhaus Mund-Nasen-Schutz angezogen. Die ausgelöste Brandmeldeanlage des Wohnheims stellte sich glücklicherweise als Fehlalarm heraus. Am 23. April rückten die Ronneburger Brandschützer gleich zwei Mal aus: Ein Kleinfeuer am Wald sowie ein gemeldeter Dachstuhlbrand waren die Ursache. Letzterer stellte sich jedoch als noch harmlose Rauchentwicklung heraus, die durch eine hohe Anzahl weggeworfener Zigarettenstummel entstand. Besonders bei solch trockenem Wetter ist es wichtig, Zigarettenreste nicht achtlos in die Natur zu werfen, sondern vollständig zu löschen und im Müll zu entsorgen.

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