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Von „herzische Kerlscher“ und Biohähnchen

„Asterix-Versteher“ und Kabarettist Jürgen Leber erklärt die hessische Welt

12 Okt 2020 / 15:02 Uhr
Ronneburg-Hüttengesäß (re). „Hesse sin im Grund genomme ganz herzische Kerlscher.“ Jürgen Leber muss es wissen. Der Mann, der zehn Asterix-Bände ins Hessische übertragen hat, sagt schließlich auch, das Hessische, das sei „de besde Dialekt von ganz übberall.“ So sehen das auch die 45 Gäste, die der gemeinsamen Einladung von Reiner Erdts Gasthaus „Zur Krone“ aus Hüttengesäß und der Buchhandlung Dichtung & Wahrheit aus Wächtersbach gefolgt sind. Corona-konform, ausverkauft – und herrlich entspannend in Zeiten, in denen das Lachen oft zu kurz kommt.

Drei typisch hessische, aber besonders verfeinerte Gänge aus der Landgasthof-Küche wechseln sich ab mit einem humorvollen Programm, das Jürgen Leber mit hessischem Kabarett und einer Lesung aus dem Asterixband „Die Klaabankestadt“ – seinerzeit im Original „Die Trabantenstadt“ – bestreitet. Geich eingangs macht Leber klar, was den Hessen so ausmacht: „Wir nehme nicht nur, wir lassen uns auch gern mal was gebbe“, betont der Fachmann. „Wenn mir gebbe, gebbe mir gern, aber mir gebbe nix.“

Nach Vogelsberger Beulches, Biohähnchenbrust aus der Rhön und Rahmpfifferlingen aus dem Spessart ist endlich der Asterix dran. Der hessische. Ein Moment, dem insbesondere die zehnjährige Mia entgegen fiebert. Sie traut sich in der Pause zu Jürgen Leber, um ihn zu fragen, ob sie eine Vorlese-Rolle haben darf. Denn die Lesung ist kein klassisches Vortragen, sondern findet interaktiv mit Sprechrollen und Comic-Heftchen statt, aus denen jeder Vorlesen oder zumindest Mitlesen kann. Und Mia wäre so gerne der Asterix.

Mehr: GNZ vom 13. Oktober.

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