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49,99 Prozent! SPD verliert absolute Mehrheit

Stadtverordnetenversammlung Wächtersbach: Freie Wächter bei 25,92 Prozent, CDU halbiert

17 Mrz 2021 / 23:58 Uhr
Wächtersbach (erd). 49.99 Prozent für die SPD! Über Jahrzehnte haben die Wächtersbacher Sozialdemokraten in der Messestadt mit einer satten absoluten Mehrheit regiert, nun fehlen ihnen 39 Stimmen. Die sehr stark eingestiegenen Freien Wächter haben dazu geführt, doch auch die mehr als halbierte CDU feiert dies als „historischen Tag“.

Die Auszählung der Kommunalwahl war in Wächtersbach eine von vielen technischen Problemen überschattete Zitterpartie. Bereits am Sonntagabend war klar, dass die neu vertretenen Freien Wächter mehr als nur eine Nebenrolle spielen werden und die SPD um ihre absolute Mehrheit, welche die Partei seit mehr als drei Jahrzehnten hat, verlieren könnte.

Genau das ist nun passiert, allerdings mit einem denkbar knappen Ergebnis. 39 Stimmen, quasi eine Listenstimme und zwei Einzelstimmen haben gefehlt, so dass der SPD exakt 49,99 Prozent (deshalb auch die zweite Stelle hinter dem Komma) bleiben – und die reichen eben nicht für die absolute Mehrheit. Deshalb wird die SPD künftig mit nur 18 der 37 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung vertreten sein.

Die verlorenen 8,4 Prozentpunkte sind bei den Freien Wächtern gelandet, die sich mit in der Stadt bekannten und anerkannten Bewerbern und einer professionellen Kampagne gut in Szene gesetzt haben. Es spitzte sich in der Wahrnehmung auf einen Zweikampf zwischen SPD und Freien Wächtern zu. Leidtragende sind alle anderen Fraktionen ebenso wie die SPD. Während die Sozialdemokraten zwar ihre absolute Mehrheit verloren haben, aber immer noch mit weitem Abstand stärkste Fraktion sind, müsste bei der CDU eigentlich Katzenjammer herrschen, denn die Christdemokraten, die vor vier Jahren noch bei 27,6 Prozent lagen, wurden mehr als halbiert. 13,08 Prozent sind eigentlich ein Desaster, aber die Hoffnung auf eine Besserung in der politischen Landschaft Wächtersbach lässt die CDU jubeln, obwohl sie sich mit mageren fünf Sitzen begnügen muss.

Unter ihren Möglichkeiten bleiben auch die Grünen, die von 8,8 auf 7,77 Prozent abfallen und auch gut ein Prozent an die Freien Wächter verlieren. Selbst die Linken, die am weitesten politisch von den Freien Wächtern entfernt sind, büßen 1,8 Prozentpunkte ein.

Beim Kumulieren und Panaschieren gibt es bei der SPD die größten Sprünge. Den weitesten Satz macht Stadtrat Werner Jung, der 23 Plätze nach vorne katapultiert wird und nun auf Platz 3 hinter Bürgermeister Andreas Weiher und Parteichef Oliver Peetz rangiert. Hoch ging es auch für den Juso-Vorsitzenden Jan Frderik Beyer (+5), Turnvereinsvorsitzenden Kai Löwe (+16), Behindertenbeauftragten Achim Freund (+13) und Thorsten Massutat (+11), runter dagegen für Astrid Feigl (–7), Ursula Werner (–9), Margarete Bleek (–8) und Elisabeth Rossi (–14). Auffällig ist dabei, dass die SPD-Frauen extrem stark an Wählergunst verlieren, warum auch immer.

Mehr dazu lese Sie in der GNZ vom 18. März.

CDU (5 Sitze)

1. Carola Gärtner (0)

2. Andreas Götzl (0)

3. Michael Creß (+3)

4. Michael Pierz (–4)

5. Raluca Rossi (0)

Ersatzpersonen

6. Dr. Eberhard Müller (+4)

7. André Ritzel (+4)

8. Saskia von der Haar (–4)

Grüne (3 Sitze)

1. Eva Bonin (0)

2. Volker Laubenthal (0)

3. Erich Korn (+1)

Ersatzpersonen

4. Martina Mühlstädt (–1)

5. Tanja Scheer (0)

SPD (18 Sitze)

1. Andreas Weiher (0)

2. Oliver Peetz (+1)

3. Werner Jung (+23)

4. Jan Frederik Beyer (+5)

5. Harald Krügel (0)

6. Kai Löwe (+16)

7. Gerhard Kuschnik (0)

8. Glenn Lawrence (+11)

9. Astrid Feigl (–7)

10. Thorsten Massutat (+11)

11. Achim Freund (+13)

12. Svetlana Krätschmer (0)

13. Susanne Mainka (–3)

14. Heiko Appel (+3)

15. Ursula Werner (–9)

16. Margarete Bleek (–8)

17. Bärbel Bischoff (–1)

18. Elisabeth Rossi (–14)

Ersatzpersonen

19. Simon Lach (–6)

20. Christian Kunkel (–9)

21. Norbert Döppenschmitt (+9)

22. Thomas Janik (+3)

23. Daniel Dörsch (–8)

24. Jürgen Berger (–1)

25. Gerhard Werthmann (+8)

Die Linke (1 Sitz)

1. Alexander Fiedler (+1)

Ersatzperson

2. Angelika Silberling-Antoni (–1)

Freie Wächter (10 Sitze)

1. Dr. Eberhard Wetzel (+2)

2. Frank Hilliger (0)

3. Clemens Pochop (–2)

4. Jan Volkmann (0)

5. Monika Heil (0)

6. Simone Bienossek (+5)

7. Günter Höhn (0)

8. Anja Piston-Euler (+4)

9. Lars Grillwitzer (–3)

10. Ulrike Talmon (0)

Ersatzpersonen

11. Brigitte Brinkmann (+12)

12. Claudia Müller (+20)

13. Manfred Huck (+3)

14. Alexandra Wink (–6)

15. Gerhard Gleiß (0)

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