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BMI gibt Standort Neudorf auf

Kunststoffbahnenproduktion wird in Slowakei verlagert / 60 Arbeitsplätze abbauen

20. Januar 2022 / 14:15 Uhr
Wächtersbach-Neudorf (erd). Die BMI-Gruppe wird ihren Standort in Neudorf spätestens zum Jahresende 2024 schließen. Das Unternehmen wird die Herstellung von Kunststoffbahnen in die Slowakei verlagern. Dadurch gehen in Wächtersbach etwa 60 Arbeitsplätze verloren. Unternehmensleitung und Betriebsrat sprechen derzeit darüber, wie dies sozialverträglich aufgefangen werden kann. Der Wächtersbacher Bürgermeister Andreas Weiher ist überrascht von dieser Entwicklung.

Mit einer Investition in zweistelliger Millionenhöhe erweitert die BMI-Gruppe bis 2024 die Produktionskapazitäten für den deutschen Markt und strebt damit langfristig die Marktführerschaft in diesem Segment an. Mit den Marken Cosmofin, Tectofin und Wolfin ist die BMI-Gruppe einer der großen Anbieter von Abdichtungsbahnen aus Kunststoff in Deutschland. Die Produkte der ehemaligen Wolfin Bautechnik GmbH, die mittlerweile in der BMI Flachdachsysteme GmbH aufgegangen ist, gehören zu den führenden Kunststoffbahnen am deutschen Markt.

Die neue Anlage soll aber nicht in Deutschland, sondern am BMI-Standort im slowakischen Štúrovo errichtet und die Produktion dort zentralisiert werden. Mit der Entscheidung löst das Unternehmen gleichzeitig eine Standortfrage, die sich durch den 2024 auslaufenden Mietvertrag für das derzeitige Produktionsgelände in Wächtersbach ergibt.

Wie die BMI-Gruppe auf Nachfrage der GNZ mitteilte, werde sie den auslaufenden Mietvertrag nicht verlängern. Das bedeute, dass in Neudorf 60 Arbeitsplätze wegfallen. Das Unternehmen sei mit dem Betriebsrat in Verhandlungen und habe die Mitarbeiter bereits informiert, erläuterte Unternehmenssprecherin Dagmar Bohm. Ziel sei es, eine sozialverträgliche Lösung zu finden. Dafür stünden die Chancen gut, zumal bis zur endgültigen Schließung noch zweieinhalb Jahre Zeit verbleiben. „Wir haben mehrere Standorte in der näheren Umgebung, den Hauptsitz und Technik in Oberursel und ein Werk in Heusenstamm.“ Es gebe die Möglichkeit, dass Mitarbeiter dorthin wechseln, falls Stellen zu besetzen sind und es seien Ruhestandsregelungen denkbar. Hinzu komme, dass im Main-Kinzig-Kreis ein enormer Fachkräftemangel herrscht, so dass hochqualifizierte Mitarbeiter auch dann gute Chancen hätten, wenn sie nicht im Unternehmen bleiben.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 20. Januar.

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