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Der Erschütterung Raum geben

Carola Plambeck spricht über ihre neue Aufgabe als Beerdigungsleiterin

08 dic 2021 / 18:45 Uhr

Wächtersbach/Brachttal/Birstein. Carola Plambeck will sterbende Menschen und ihre Angehörigen begleiten und Verstorbene zur letzten Ruhe führen. Jetzt ist die katholische Gemeindereferentin als neue Beerdigungsleiterin in Wächtersbach, Brachttal und Birstein in ihr Amt eingeführt worden. Im Gespräch mit GNZ-Redakteur Matthias Abel berichtet sie, wie sie sich auf ihre Aufgabe vorbereitet hat und was eine gelungene Trauerarbeit für sie ausmacht.

GNZ: Frau Plambeck, sind Sie eigentlich aufgeregt, wenn Sie an die erste Trauerfeier, die Sie leiten werden, denken?

Ein wenig schon. Da ist natürlich ein großer Respekt vor diesem neuen Dienst. Andererseits arbeite ja bereits viele Jahre in der Seelsorge und habe von daher bereits Erfahrungen beim Begleiten von Menschen in schwierigen Situationen gesammelt. Was ich allerdings nicht weiß, ist, wie die betreffenden Familien und traditionell orientierte Gemeindemitglieder darauf reagieren, dass ich die Beerdigungen leite.

Weil Sie eine Frau sind?

Katholische Gläubige sind es gewohnt, dass der Pfarrer die Aufgabe übernimmt, zumindest in unserem Bistum. Im Norden ist es beispielsweise stärker verbreitet, dass Pastoral- oder Gemeindereferentinnen Beerdigungen leiten, damit also auch Laien und eben auch Frauen. Hier kommt das erst allmählich auf, vielleicht auch aus der Not heraus, und findet hoffentlich Akzeptanz.

Sie haben sich im laufenden Jahr in einem speziellen Kurs in Fulda noch einmal intensiv auf die zusätzliche Aufgabe vorbereitet. Gab es da weitere Frauen?

In der Tat. Von sechs Teilnehmern waren fünf weiblich. Und ihre Beweggründe sind den meinen sehr ähnlich. Wir wollen zeigen, dass Frauen und Männer die Aufgabe haben, die Liebe und die Frohbotschaft Gottes weiterzutragen, der Kirche ein Gesicht zu geben und sich vor allem Zeit für Menschen in Not zu nehmen.

Bislang war Pfarrer Rainer Heller alleine für die Trauerfeiern in den drei Kommunen verantwortlich.

Das war eine schwierige Situation, denn das Gebiet reicht beispielsweise tief in den Vogelsberg bis nach Völzberg hinein, umfasst also sehr viele kleine Friedhöfe und zahlreiche Orte. Wenn die Gemeinden im Bistum Fulda bis zum Jahr 2030 neu geordnet sind, wird das Gebiet noch größer. Künftige Pfarreien werden 8 000 bis 20 000 Gläubige umfassen. Darauf müssen wir vorbereitet sein.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 9. Dezember.

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