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Diese Art von Kultur erhalten

Altstadt-Stammtisch mit Charakterköpfen der Opernakademie Bad Orb

05 Okt 2021 / 21:13 Uhr
Wächtersbach (re). „Diese Art von Kultur muss am Leben erhalten werden“, erklärte Prof. Dr. Karin Metzler-Müller, die Vorsitzende des Fördervereins der Freunde der Opernakademie Bad Orb, die zusammen mit Schriftführerin Traudel Schubert der besondere Gast beim „Stammtisch mit Charakterköpfen“ des Altstadtfördervereins Wächtersbach im Gartensaal der Rentkammer war. Die beiden „Opernakademikerinnen“ schilderten in einem lebendigen Vortrag, untermalt mit Fotos und Filmausschnitten der bisherigen Inszenierungen, die Entstehungsgeschichte und das Anliegen der Opernakademie.

Die Opernakademie Bad Orb, so berichteten die beiden Frauen, sei 1987 gegründeten worden; sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Nachwuchsförderung an den Opernhäusern. Den Anstoß hatten im Jahr zuvor die beiden Gesangsstudentinnen Zelma Kelly und Elke Herrmanns (Musikhochschule Düsseldorf) gegeben, die ein Treffen mit der in Großbritannien lebenden Opernspezialistin Else Mayer-Lismann und dem Bad Orber Musikdirektor Horst Welter arrangierten. Mit Mayer-Lismann, die 1938 als Jüdin in Deutschland wegen der Nazis emigrierte, als Regisseurin und Horst Welter als Dirigenten wurde 1987 die erste Aufführung der Opernakademie Bad Orb inszeniert. Dies war „Die Hochzeit des Figaro“, die auch 2019 als bislang letzte Oper vor der Corona-Pandemie auf dem Bad Orber Spielplan stand. Veranstalter und Träger war damals noch die Bad Orb Kur GmbH. Michael Millard war 1987 musikalischer Assistent von Else Mayer-Lismann. 1990 übernahm Kammersänger Carlos Krause die Intendanz, ab 2013 hatte Millard die Gesamtleitung inne. Im Jahr 2014 kam der Opernsänger Erik Biegel (Opernhaus Wiesbaden) als Regisseur hinzu, und seit 2017 leiten Millard und Biegel die Aufführungen der Opernakademie. Dahinter steckt jedes Mal ein großer Aufwand, schilderten Karin Metzler-Müller und Traudel Schubert, ebenso ein großer finanzieller Kraftakt. Träger der Opernakademie ist seit Ende des Jahres 2001 der auf Initiative von Prof. Karin Metzler-Müller gegründete Förderverein der Freunde der Opernakademie Bad Orb.

Warum wurde Bad Orb zu einer mittlerweile so bekannten Opern-Spielstätte? Und weswegen der ganze Aufwand? Immerhin kosten die Inszenierungen eine Menge Geld, weswegen der Förderverein Anfang des Jahres mindestens 120 000 Euro „auf der hohen Kante“ haben müsse, wie Metzler-Müller erklärte. Im Jahr 1958 wurde die Bad Orber Konzerthalle eingeweiht, ein Haus, was über knapp 900 Sitzplätze verfügt, außerdem über einen Orchestergraben und eine geräumige Bühne. Und eine Grundidee sei auch gewesen, Gesangsstudenten eine Chance zu geben. „Und das zweite Anliegen der Opernakademie ist es, dass sich jeder einen Opernbesuch leisten kann“, so Karin Metzler-Müller. Deswegen seien die Eintrittskarten auch relativ preiswert.

Jedes Jahr wird unter Leitung professioneller Opernfachleute eine Oper von höchster Qualität präsentiert. Bis es so weit ist, ist eine enorme Vorarbeit von einem eingespielten und überaus engagierten – überwiegend ehrenamtlich und ohne Aufwandsentschädigung arbeitenden - Team zu leisten.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 6. Oktober.

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