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Durch Erinnern ein Teil von uns

Gedenkfeier zur Reichspogromnacht an ehemaliger Synagoge in Wächtersbach

10. November 2022 / 20:56 Uhr
Wächtersbach (erd). Das Gedenken am 9. November erinnert an unfassbare und unmenschliche Verbrechen im Nationalsozialismus, sagte der Wächtersbacher katholische Pfarrer Rainer Heller anlässlich der Gedenkfeier an der ehemaligen Synagoge. „Wir müssen dem Antisemitismus und Rassismus entschieden entgegentreten“, forderte er. Das sei in heutiger Zeit nötiger den je.

Es gebe immer mehr Holocaust-Leugner und auch jene, die das Geschehene vergessen wollen. Es gebe immer mehr Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung, die nicht in einen demokratischen Staat gehöre. Das Erinnern an die Geschehnisse vor 84 Jahren, als die Synagogen brannten und die jüdischen Geschäfte geplündert wurden, dürfen nie in Vergessenheit geraten und sich niemals wiederholen.

Die ökumenische Andacht gestalten neben Heller die evangelischen Pfarrerin Beate Rilke, der Chor HoneyCrew und Mitglieder beider Kirchengemeinden.

Der Chor sorgte mit Liedern wie „We need to hear from you“, „Shalom chaverim“, „A Hole in the World“, dem Liedruf „Oh Lord, hear my prayer“ und dem Schlusslied „Ruach elohim“ für Gänsehaut bei den zahlreichen Teilnehmern der Gedenkfeier.

Giesela Fiebig eröffnete das Gedenken an die Verstorbenen: „Wir denken an die, die hier lebten und die zu Wächtersbach gehörten. Die, die den Tod fanden in den Konzentrationslagern.“ Was wir in Jahreskreis genießen dürfen, blieb ihnen verwehrt. Uns bleibt die Erinnerung. „Solange wir leben, werden auch sie leben, denn sie sind ein Teil von uns, wenn wir uns an sie erinnern!“

Die Namen derer, die in den Öfen von Auschwitz und Buchenwald ausgelöscht wurden, verlas Edelgard Leis: Adolf Grünbaum, seine Frau und deren Zwillingssöhne Ingolf und Norbert Grünbaum, Albert Levy, Hanna Levy und ihre Tochter Selma Levy, Rosa Loebenberg und ihre Tochter Else Loebenberg, Caroline Plaut und ihr Ehemann, Veilchen Rosenberg, Max Sonn und Sophie Knoth. Dazu läutete die Totenglocke und wurde die erste Kerze entzündet.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 11. November.

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