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Ein Stück Indien nach Obersotzbach gebracht

Kerstin Rosenberg von der Europäischen Ayurveda-Akademie beim „Stammtisch mit Charakterköpfen“

18. Januar 2022 / 19:17 Uhr
Wächtersbach/Birstein-Obersotzbach (ekr). Vor fast 30 Jahren gründeten Kerstin und Mark Rosenberg in Birstein ein Ayurveda-Zentrum. Was zunächst mit der Idee einer Seminarstätte in einem kleinen Forsthaus am Ortsrand von Obersotzbach begann und von Nachbarn belächelt wurde, ist heute die größte anerkannte Ayurveda-Akademie Deutschlands. Das mittlerweile international tätige Unternehmen mit über 80 Mitarbeitern hat Zweigstellen in Österreich und der Schweiz und ist in Fachkreisen längst auch in Indien ein Begriff. Im monatlich stattfindenden Format „Stammtisch mit Charakterköpfen“ des Wächtersbacher Altstadtfördervereins erzählt Gründerin Kerstin Rosenberg über die Erfolgsgeschichte ihres kleinen Stücks Indien in Obersotzbach.

„Ich war als Kind eine wilde Persönlichkeit“, erinnert sich Rosenberg, die auch heute noch sehr extrovertiert und mitreißend wirkt, an die Zeit vor ihrem ersten Kontakt mit der indischen Gesundheitslehre zurück. „Ich veranstaltete viel Stress zuhause, war Schulsprecherin, hatte zeitweise die Schule zu einer atomfreien Zone erklärt.“ Ihre Eltern hatten ihre liebe Mühe mit dem quirligen Kind. Mit zwölf Jahren probierte Rosenberg autogenes Training aus, mit 14 Yoga. Schlagartig kehrte dann Ruhe ein. „Ich war plötzlich nur noch am Meditieren, trank Ingwertee, hielt meinen Eltern als Teenager Vorträge über die Work-Life-Balance. Und meine Eltern waren einfach happy.“

Die Beschäftigung mit Ayurveda markierte für Rosenberg einen Wendepunkt im Leben. Sie lernte ihr Inneres kennen, fand Antworten „auf die Fragen meines Lebens“. Mit 18 Jahren reiste sie bereits zum ersten Mal nach Indien. Dort fügte sie sich so schnell in die Gesellschaft ein, als hätte sie schon immer dort gelebt. Die Gastfreundschaft und wertschätzende Haltung der Menschen zueinander beeindruckten sie. „Das war etwas völlig anderes als die Ellbogengesellschaft, in der jeder auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist.“ Nichtsdestotrotz sei Indien „speziell“ und tatsächlich so hektisch, wie man es sich vorstelle, erzählt sie: Laut sei es, ein einziges Verkehrschaos, überall hänge der Geruch von „Abgasen, Gewürzen, Toilettenspülungen und Mottenkugeln“ in der Luft. „Entweder man liebt es oder man steigt gleich wieder ins Flugzeug“, lacht Rosenberg. Sie habe diese exotische Kombination lieben gelernt und in Indien eine seelische Heimat gefunden. Das Land habe sie sehr geprägt, bis zur Pandemie reiste sie zwei bis drei Mal jährlich dorthin.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 18. Januar.

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