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„Helau!“ – Ein Ruf gegen den Hass

Fastnachtsumzug beginnt mit Schweigeminute für Terroropfer

24 Feb 2020 / 10:51 Uhr
Wächtersbach (dl). Zusammenhalt gegen Hass und Rassismus haben Tausende Narren gestern in Wächtersbach demonstriert. Mit einer solidarischen Schweigeminute gedachten sie der Opfer des Hanauer Attentats sowie deren Angehörigen. Noch bevor sich der 57. Wächtersbacher Fastnachtsumzug mit 61 Zugnummern erstmals unter der Leitung von Zugmarschall Julian Körner Schuchardt und unter der Führung von Zeremonienmeister Kai Löwe in Bewegung setzte, riefen WCV-Sitzungspräsident Nicky Kailing und Bürgermeister Andreas Weiher zum stillen Gedenken auf.

Zusammen mit Mitgliedern des Magistrats und des Ausländerbeirates, Pfarrerin Beate Rilke, Pfarrer Fabian Böhme, dem WCV-Vorsitzenden Jürgen Schneider, dem WCV-Vorstand, der Garde und allen voran den Kindern und Jugendlichen des WCV forderte Bürgermeister Weiher zum Zusammenhalt in der Gesellschaft gegen Hass und Gewalt auf. „Für Hass und Rassismus ist in unserer Gesellschaft kein Platz“, sagte Weiher. Vielmehr gehe es darum, die bevorstehenden großen Herausforderungen gemeinsam anzupacken.

Nach der Schweigeminute dauerte es einen Moment, bis sich alle gefangen hatten, doch dann ging es los mit der bunten Schar der WCV-Kindertanzgruppen, die während der Schweigeminute ein Transparent gegen Hass und Rassismus hochgehalten hatten. Die Kasseler Musikanten, eine von vier Musikgruppen im Zug, legten los, und die vielen anmutig und reizvoll anzusehenden Fußgruppen machten sich auf den Weg. Die Schlossgeister führten ein Schlösschen im Kleinformat mit sich, sodass es auf einen Leiterwagen passte, damit jeder sehen konnte, womit sich die Wächtersbacher in diesem Jahr hauptsächlich beschäftigen werden. Mit venezianischem Straßenkarneval der Anton-Jecken oder gleich drei Zugnummern aus Aufenau (Schlabbedabber, Garde und Schautanzgruppe) ging es weiter.

Musikalisch ließ der Musikverein Bad Orb von sich hören. Vom „Mann im Mond“ haben die Mitglieder des Damengymnastikvereins Hesseldorf in diesem Jahr geträumt. Aus dem Jossgrund, aus Gründau und Somborn kamen gute närrische Freunde mit ihren Beiträgen. Besonders die Schwefelhölzer aus Niedermittlau sind regelmäßige Gäste in Wächtersbach. Dazwischen spielten der Musikverein Kassel und der Spielmannszug Bieber zum närrischen Festzug auf.

Die Freunde aus Chatillon sind ebenso gern gesehen wie die „BornBörner“ aus Wittgenborn. Aus Lummerland hatten sie diesmal ein feuerspeiendes Dampfross mitgebracht. Die Schelme haben aus gegebenem Anlass das „Singing in the Rain“ wieder aufleben lassen, und die Spätzünder aus Eidengesäß entführten ins Wunderland.

Egal, ob es sich um Bilder von der Arche Noah oder dem Wilden Westen handelte, alle Wagen und Gruppen waren gut vorbereitet auf dem Weg durch die dichtgedrängten Zuschauerreihen. Die Fidelios aus Altenhaßlau wollten an Helden der Kindheit erinnern, und die ebenfalls aus „LA“ stammenden Haselnüss entführten in die 1920er-Jahre. „Crazy Girls“ kamen von den Dippeguckern aus Brachttal, und die Gruppe „Brachttaler“ hatte mit den Wikingern wieder einen prächtigen Motivwagen vorbereitet. Gern gesehener Gast aus der Nachbarschaft ist auch immer wieder der Vorsitzende und Sitzungspräsident der Dippegucker, Thomas Georg, zusammen mit seinem Elferrat.

Die Viktoria aus Bad Orb hatte neben Elferrat und Fußgruppe wieder eine „Bimmel“ im Angebot. Es ist ja im Gespräch, dass die wieder regelmäßig zwischen Wächtersbach und Bad Orb verkehren soll. Mit insgesamt sieben Zugnummern warteten die Schiwwerberger auf. Die Niedergründauer hatten von Reisen und Vereinsausflügen viel zu erzählen. Vom Stammtisch in Udenhain war man direkt mit dem Schoner „Flying Dutchman“ in die Karibik aufgebrochen, während die Dorfjugend aus Leisenwald mit einem Motivwagen auf die Eiszeit im Ort aufmerksam machen wollte. Die Germania aus Wächtersbach sah bildlich gesprochen in der Unterwasserwelt kein Land mehr. Ob das Bürgermeister Weiher noch mitbekommen hat? Der fuhr doch gleich mit dem Magistrat auf der „Gorch Schloss“ hinterher.

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