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Hochwasser und urbane Sturzfluten

Die Stadt Wächtersbach will Gefahren einschätzen und Folgen verringern

09 Sep 2020 / 19:21 Uhr
Wächtersbach (re). Vor gut einem Jahr wurde die Innenstadt von Wächtersbach von einem Starkregenereignis getroffen, wie es dort vorher noch niemand registriert hat. Das Wasser schoss über ausgetrocknete Böden, ohne jegliche Versickerungsmöglichkeiten talabwärts. In förmlich reißenden Bächen ergoss sich das Wasser über die bewaldeten Stadtkuppen, über den Lindenplatz und die Ysenburger Straße, bis es sich im Bereich des gesamten Bahnhofareals sammelte und circa 60 Zentimeter hoch einpegelte. Die Stadt will sich nun auf die Gefahren durch Starkregen einstellen und dessen Folgen verringern.

Seit 20 Jahren wird das Kanalnetz der Stadt Wächtersbach durch regelmäßige Kanalbefahrungen gemäß Eigenkontrollverordnung Hessen (EKVO) überprüft und nach Schadensklassen beurteilt und saniert. Sanierungskonzepte liegen für alle Stadtteile vor. Die Hydraulik der Innenstadt wurde im Jahr 2018 neu berechnet. Für alle anderen Stadtteile werden die Berechnungen zurzeit aktualisiert. Die notwendigen Mittel werden jährlich in dem jeweiligen Haushalt eingeplant. Im Jahr 2020 werden rund 600 000 Euro für Kanalsanierungen ausgegeben, im Jahr 2019 waren es 400 000 Euro.

„Darüber hinaus stehe ich in engem Kontakt mit dem Geschäftsführer des Wasserverbandes Main-Kinzig, Holger Scheffler, der mit seinem Fachteam den Hochwasserschutz im gesamten Kinzigtal plant und betreut. Man muss sich aber im Klaren sein, dass man hier über Megaprojekte redet, die sehr viele Eigentums-, Planungs- und Bauleistungen nach sich ziehen, die politisch gewollt und letztendlich auch finanziert werden müssen“, erklärt Bürgermeister Andreas Weiher. Weiterhin stehe er in Kontakt mit Fachleuten von Hessen Forst, der Constantia Forst, um weitere Rückhaltebecken an geeigneten Stellen in den Wäldern auszuloten. Dass das Land Hessen im Bereich des Katastrophenschutzes nun mehrere sogenannte „Abrollcontainer Starkregen“ für die Feuerwehren in Hessen beschafft hat, spricht Bände, welche Anstrengungen unternommen werden, um die Folgen von Starkregenereignissen zu mildern. „Ich bin sehr froh, dass einer dieser Behälter bei der Feuerwehr Aufenau und damit am Gesamtstandort Wächtersbach platziert werden konnte und dass sich die Feuerwehrkameraden auch in diesem Bereich engagieren und fortgebildet haben“, so der Bürgermeister.

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