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Kein Urteil vor dem Landgericht gegen 36-Jährige aus Wächtersbach

Prozess wegen Brandstiftung und Körperverletzung muss aufgrund von Verhandlungsunfähigkeit der Angeklagten abgebrochen werden

11. August 2022 / 16:57 Uhr
Wächtersbach (nh). Eine Wächtersbacherin hat sich gestern wegen versuchter Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung vor der 1. Großen Strafkammer des Hanauer Landgerichtes verantworten müssen. Da sie unter einer Störung im Gehirn leidet, ist sie minderbegabt und hat eine gestörte Impulskontrolle. Deswegen war sie zum Tatzeitpunkt in einer Wohneinrichtung in Wächtersbach untergebracht. Die 36-Jährige gestand die Taten und machte am ersten Prozesstag ausführliche Angaben. Als sie nach einer halbstündigen Verhandlungspause begann, sich selbst verletzen zu wollen, wurde die Verhandlung unterbrochen. Sie wird nun an einem weiteren Termin fortgesetzt.

Obwohl der Verteidiger der 36-jährigen Angeklagten zu Prozessbeginn erklärte, dass seine Zeugin keine Aussage machen werde, äußerte sie sich im Verlauf des Prozesses überraschend ausführlich zu den Vorwürfen. Dabei gab sie sowohl die versuchte Brandstiftung als auch die gefährliche Körperverletzung zu.

Zum Motiv der Brandstiftung sagte sie: „Ich wollte das ganze Haus abfackeln, weil ich das Haus hasse“. Sie habe damit erreichen wollen, in ein anderes Haus zu kommen, das ihr besser gefalle. Während der Schichtübergabe der Pfleger habe sie dazu eine Küchenrolle auf einen Toaster in der Küche des Wohnheims gelegt und den Hebel nach unten gedrückt. Nach etwa zwei bis drei Minuten habe das Papier Feuer gefangen. Als der Feueralarm losging, sei sie auf ihr Zimmer gerannt. Eine Untersuchung des Toasters stützte dabei die Geschichte der Brandursache, wie eine Polizistin im Zeugenstand bestätigte. Durch den Brand wurden die über dem Toaster befindlichen Küchenschränke beschädigt. Das Personal konnte das Feuer löschen und so einen größeren Schaden verhindern.

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