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Leuchtturmprojekt der Energiewende

Bioenergie Wächtersbach nimmt zweiten Heizkraftwerksblock in Betrieb

06 Sep 2019 / 19:24 Uhr
Wächtersbach (erd/re). Die Stadt Wächtersbach setzt mit der Bioenergie und dem Fernwärmenetz weiter auf erneuerbare Energien. Die Bioenergie hat gestern den zweiten Block ihres mit Holzhackschnitzeln betriebenen Heizkraftwerks in Betrieb genommen. Bürgermeister Andreas Weiher sprach von einem „Meilenstein“, Thomas Wagner, CEO des Hauptgesellschafters GETEC, von einem Leuchtturmprojekt der kommunalen Energiewende.

Die Kunden der Bioenergie Wächtersbach, einem Gemeinschaftsunternehmen von GETEC, der Stadt Wächtersbach und Unternehmensgründer Jörg Lotz, können ab sofort mit Fernwärme aus vollständig regenerativ erzeugter Energie versorgt werden. Der Startschuss dazu wurde bei der Einweihung der durch einen zusätzlichen Biomassekessel erweiterten Anlage gegeben.

Vor rund 50 Vertretern aus Politik, Wirtschaft, lokalen Unternehmen sowie Kooperationspartnern befeuerten dazu Bürgermeister Andreas Weiher, GETEC-CEO Thomas Wagner, Geschäftsführer Jörg Lotz und Joachim-Eberhard Maltzahn vom hessischen Umweltministerium gemeinsam die Anlage mit Brennmaterial.

Ideengeber und Firmengründer Jörg Lotz erläuterte die Anlage. Der erste Kraftwerksblock ging vor zehn Jahren an das entstehende Fernwärmenetz. Inzwischen wird die halbe Stadt mit etwa 400 Kunden versorgt, und der Bedarf an Wärme ist größer geworden. Bislang wurden die Spitzen mit einer zusätzlichen Ölfeuerung abgefangen, doch das sei weder umweltgerecht noch ökonomisch sinnvoll, weil dafür etwa 200 000 Euro Öl verbraucht wurden, während die Holzhackschnitzel quasi vor der Tür liegen. Mit dem zweiten 6-Megawatt-Block sei die Anlage nun komplett CO2-neutral und ein weiterer Schritt für den Klimaschutz in der Stadt. Zudem wird das Fernwärmenetz um 1,7 Kilometer erweitert.

Bürgermeister Andreas Weiher sprach von „einem weiteren Meilenstein für Wächtersbach“. Es sei nicht nur ein Vorzeigeprojekt für die Stadt, sondern auch für den Hauptgesellschafter GETEC. Lotz habe die Idee gehabt, und diese sei konsequent fortgeführt worden. Die Holzhackschnitzel seien der perfekte Brennstoff, weil derzeit in großer Menge aus heimischen Wäldern vorhanden.

Joachim-Eberhard Maltzahn vom hessischen Umweltministerium sprach von großem Vertrauen in Projekt und Investoren. Deshalb sei das Projekt auch gefördert worden. Es gehe um Klimaneutralität.

„Viel ist derzeit von Reallaboren der Energiewende die Rede. GETEC, die Bioenergie Wächtersbach und die Stadt Wächtersbach haben das Labor längst verlassen und ein absolutes Leuchtturmprojekt für die nachhaltige kommunale Energiewende geschaffen. Wir sind mit dieser Anlage zugleich Vorreiter für eine einzigartige Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen Kommune, öffentlichem Unternehmen und Privatwirtschaft“, erklärt Thomas Wagner. Er lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit Lotz und der Stadt.

Die Erweiterung des Biomasse-Heizkraftwerkes ermöglicht eine deutliche Erhöhung der Anschlussleistung um 6 Megawatt. Mit dem Bau des zweiten Biomasse-Kessels wurde dem bestehenden Kraftwerk ein neuer Block hinzugefügt, der zukünftig die gestiegene Nachfrage vollständig abdecken wird. Auf diesem Weg kann das Kraftwerk die Kunden der Bioenergie Wächtersbach nun zu 100 Prozent mit Energie aus nachwachsender Biomasse versorgen.

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