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Männern fehlt gesundes Mittelmaß

Ingo Appelt betätigt sich als „Staatstrainer“ für frustrierte Mannsbilder

04 Nov 2019 / 20:44 Uhr
Wächtersbach (dl). Egal ob rücksichtsloses Mannsbild oder bedauernswerter Schwächling – den deutschen Männern fehlt es nach Meinung von Ingo Appelt am gesunden Mittelmaß. Ein gut Teil Macho, versehen mit reichlich Schwachstellen – so beurteilt der selbsternannte Konkursverwalter der Männlichkeit die männlichen Mitglieder der Gesellschaft. Gerade rechtzeitig war er auf der „Wächtersbacher Kulturreise“ mit seinem Auftritt zur Stelle, um einem der letzten aufrechten SPD-Mannen zu seiner überragenden Wiederwahl zum Bürgermeister der Stadt zu gratulieren.

Als SPD-Hochburg fand der Parteigänger Wächtersbach so richtig geil, obwohl er sonst wohl nicht so viel von der Messestadt hielt. Mit dem Publikum in der gut gefüllten Heinrich-Heldmann-Halle ging er gleich auf Tuchfühlung, weil er sich über den großen Zuspruch freute. Denn für ihn ist es deprimierend, „wenn du in einem Drecksnest auftrittst, und dann kommt keine Sau“, erklärte er dem verdutzten Publikum. Der Comedian fühlte sich hier aber dennoch heimisch, gewährte er doch den wissbegierigen Zuhörern gleich zu Beginn tiefe Einblicke in seine Bühnentätigkeit: „Comedy ist wie Sex in der Ehe, manchmal muss man sich einfach zwingen!“

Seine Sympathie zu den Sozialdemokraten kommt nicht von ungefähr, ist er doch ein Kind aus Essen, das im zarten Alter von elf Jahren nach Bayern „verschleppt“ wurde. Sein Vater war Profi-Fußballer, den sie einfach nach Franken verkauft haben, ohne darüber nachzudenken, dass die aus dem Ruhrgebiet kommende Familie dort Sprachschwierigkeiten haben würde. In einer Klasse der Dorfschule, wo die Schüler noch nach Geschlechtern getrennt sitzen mussten, kam er ausschließlich mit den Mädchen zurecht, denn nur die waren lieb zu ihm. Mit den Lehrern dort war das so eine Sache, die warfen seinen Eltern vor, sie würden einen Kommunisten groß ziehen, nur weil er evangelischen Glaubens und sozialdemokratischen Denkens war.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 5. November.

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