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Sarg, Friedwald oder Diamant?

Altstadtstammtisch mit „Charakterkopf“ nahm sich der letzten Dinge an.

12 Sep 2019 / 22:21 Uhr
Wächtersbach (re). Der Referent beim Altstadtstammtisch musste sich dieses Mal den Teilnehmern nicht vorstellen. Der langjährige, im vergangenen Jahr pensionierte Wächtersbacher Gemeindepfarrer Christoph Schilling sprach über den Wandel der Bestattungskultur und brachte damit nicht nur so manche Teilnehmer zum Nachdenken, sondern löste auch eine lebhafte Diskussion aus.

Noch vor wenigen Jahrzehnten schienen Bestattungsriten unveränderlich. Ein zuhause Verstorbener wurde dort aufgebahrt, so dass man sich dort von ihm verabschieden konnte. Schließlich wurde er im Trauerzug zum Friedhof geleitet. Eine Erdbestattung im Sarg war selbstverständlich – Christen ließen sich im Osterglauben an die Auferstehung des Leibes nicht verbrennen. Nicht alles aus der „guten alten Zeit“ war aus heutiger Sicht aber gut. So wurden tot geborene oder kurz nach der Geburt verstorbene Säuglinge nicht bestattet. Das ist heute ganz anders.

In den letzten Jahrzehnten haben sich nicht nur Lebenszusammenhänge aufgelöst. Kaum jemand stirbt mehr dort, wo er aufgewachsen ist. Familienverbände haben sich gelockert oder bestehen nicht mehr vor Ort. Auch eine Dorfgemeinschaft, die früher wie selbstverständlich auch Außenseitern eine würdige Bestattung ermöglichte, fühlt sich dafür heute in der Regel nicht mehr zuständig. Hinzukommt, dass religiöse Bindungen nachlassen oder sich wandeln. Konfessionelle Unterschiede ebnen sich ein. Die Bestattungskultur ist nun so vielfältig wie das Leben geworden und wandelt sich weiter.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 13.September.

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