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Stille Preiserhöhung sorgt für Unmut

Contipark passt Tarife auf Wächtersbacher Pendlerparkplatz an

28. Juni 2022 / 20:52 Uhr
Wächtersbach (nh). Im Zuge einer Erhöhung der Parkgebühren hat Contipark, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, bei vielen Pendlern für Unmut gesorgt. Dabei war das Problem weniger die Preiserhöhung an sich, sondern eher die Umstände.

Ein GNZ-Leser erinnert sich an den ersten Tag der Gebührenerhöhung: „Ich parke seit Monaten auf diesem Parkplatz am Wächtersbacher Bahnhof und habe inzwischen bereits die 3 Euro, die ein Tagesticket kostet, abgezählt parat, wenn ich zum Automaten gehe.“ Wie gewohnt habe er sich am Morgen ein Ticket für 3 Euro gekauft und es auf dem Amaturenbrett seines Autos platziert. Umso größer war sein Erstaunen, als er abends einen Strafzettel unter seinem Scheibenwischer fand. Er habe sich das nicht erklären können – bis ihm auffiel, dass auch fast alle anderen Autos auf dem Parkplatz mit einem Strafzettel versehen waren.

Das Unternehmen Contipark, der Betreiber des Pendlerparkplatzes, hatte die Gebühren von 3 Euro auf 3,20 Euro erhöht. Eigentlich ist die Erhöhung an sich nachvollziehbar; hatte nicht zuletzt die Stadt Wächtersbach die Gebühr auf den benachbarten Parkplätzen um die gleiche Summe erhöht. Doch die Art und Weise, wie die Erhöhung durchgesetzt wurde, lies den Pendler wütend zurück. „Ich habe nirgends ein Hinweisschild gesehen. Es kam mir fast so vor, als ob die Preiserhöhung absichtlich geheim gehalten worden ist.“ Außerdem hätte er sich eine Übergangsfrist des Unternehmens gewünscht, in dem die Autofahrer beispielsweise auf die neuen Gebühren hingewiesen worden wären und nur die Differenz zum korrekten Preis nachbezahlen müssen.

In einem Schreiben, dass den GNZ-Leser wenige Tage später erreichte, wird er nun vom Unternehmen Contipark aufgefordert, eine Strafe in Höhe von 33,20 Euro zu zahlen. Und das wegen einem Fehlbetrag von 20 Cent, den der Pendler versehentlich nicht bezahlt hatte.

Wer im Internet zu dem Unternehmen Contipark recherchiert, wird schnell fündig. So berichtete beispielsweise das Online-Medium Merkur.de im Jahr 2017 über einen ähnlich gelagerten Fall in Fürstenfeldbruck bei München. Die Marbacher Zeitung berichtete im Dezember 2020 von Pendlern, die sich pber „überhöhte Strafzettel, absurde Mahngebühren und dubiose Inkasso-Unternehmen“ beklagen. Offensichtlich ist der Vorfall in Wächtersbach nicht der erste seiner Art.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 29. Juni.

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