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Wächtersbach ist bunt und friedlich

Bürgermeister Weiher: „Die rassistische Tat hat die falsche Stadt getroffen.“

08 Aug 2019 / 20:16 Uhr
Wächtersbach (erd). Der versuchte Mord eines Rassisten an dem 26-jährigen Eritreer Bilal hat bundesweit hohe Wogen geschlagen. Die Wächtersbacher haben nicht nur den Schrecken der feigen Tat zu verarbeiten, sondern sie kämpfen auch um den guten Ruf ihrer Stadt. Die sei keinesfalls von rechtsradikalen Strömungen geprägt, sondern offen, bunt und friedlich. Bürgermeister Andreas Weiher und Norbert Döppenschmitt, Vorsitzender der örtlichen AWO und Flüchtlingshelfer, äußerten sich im GNZ-Gespräch.

GNZ: Wie ist die Situation derzeit in Wächtersbach?

Weiher: Die Wächtersbacher sind immer noch betroffen von der Tat in der Industriestraße. Sie können nicht fassen, dass so etwas ausgerechnet in ihrer Stadt passiert. Sie können noch immer nicht verstehen, was einen Menschen antreibt, zur Waffe zu greifen, um damit auf einen anderen Menschen zu schießen, nur weil dieser die falsche Hautfarbe hat und zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Es hätte auch Unbeteiligte, zum Beispiel die Pförtner oder andere Fußgänger treffen können. Die Tat hat die falsche Stadt getroffen.

Wie meinen Sie das?

Weiher: Wächtersbach ist eine offene und bunte Stadt, in der seit vielen Jahrzehnten Menschen unterschiedlicher Herkunft friedlich zusammenleben. Das hat mit den Flüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg angefangen, die in großer Zahl aufgenommen wurden und sich nahtlos ins Stadtleben eingefügt haben, und ging in den 50er und 60er Jahren mit den sogenannten Gastarbeitern weiter, von denen noch heute viele in der Stadt leben, deren Kinder, Enkel und Urenkel inzwischen in Wächtersbach fest verwurzelt sind. Und in den letzten Jahren waren es die Flüchtlinge aus aller Welt, die aufgenommen und integriert wurden.

Die Wächtersbacher kennen dieses gute Zusammenleben seit vielen Jahren. Es gibt eine große türkische Gemeinde und einen sehr regen türkisch-islamischen Kulturverein, der schon lange in einem engen Austausch mit den christlichen Kirchen und dem Magistrat steht. So ist in Wächtersbach ein harmonisches Miteinander entstanden, das die Stadt prägt.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 9. August.

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