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Wasserbüffel sollen Natur pflegen

Hessen-Forst wollen Tiere auf Brachland bei Neudorf ansiedeln

25 Feb 2015 / 19:06 Uhr
Wächtersbach-Neudorf (erd). Hessen-Forst will im Auftrag des Regierungspräsidiums Darmstadt auf der „Alten Weide“ bei Neudorf Wasserbüffel ansiedeln, um das nasse Brachland in der Aue zu beweiden und zu pflegen. Mit Maschineneinsatz sei dies nicht möglich. Die Forstbehörde will dies in Abstimmung mit der Stadt, dem Ortsbeirat und den Landwirten tun, doch in der Vergangenheit ist bei der Kommunikation einiges schief gelaufen.

Weil in der Aue rund um die Brachfläche Zaunpfosten gesetzt wurden, niemand im Dorf etwas Konkretes wusste und die Gerüchte kursierten, wurde die Nutzung der „Alten Weide“ im Ortsbeirat thematisiert. Wie der Neudorfer Ortsvorsteher Frank Schneider betonte, habe der Ortsbeirat sich nicht gegen die Wasserbüffel ausgesprochen – ein Aufreger war das Thema aber allemal.

Gegen falsche Vorstellungen hilft nur die Information mit Fakten. Deshalb stellten der Schlüchterner Forstamtsleiter Jörg Winter und Förster Klaus Schlegelmilch, der Funktionsleiter Naturschutz ist, das Projekt in Wächtersbach vor. Bürgermeister Andreas Weiher, Umweltberater Norbert Prager, Ortsvorsteher Frank Schneider, Ortslandwirt Richard Kistner, Jagdpächter Bruno Crost, Vogelsschutzbeauftragter Karl-Richard Licht und Schutzgebietsbeauftragter Wolfgang Stock besprachen dann mit den Hessen-Forst-Männern die Details.

Schlegelmilch erläuterte, dass diese Planung für das Naturschutzgebiet aus dem Jahr 1993 stamme. Die Brachlandfläche müsse in Schuss gehalten werden und solle nicht verwildern. Nur so seien die wertvolle Flora und Fauna zu erhalten. Da dies aufgrund der Nässe mit Maschinen aber nur schwer zu bewerkstelligen sei, habe man sich für eine Beweidung entschieden.

Lasse man die Fläche brach liegen, so entstehe eine Erlenbruchfläche, was eine Rückgang der botanischen Arten zur Folge habe – und das sei keinesfalls gewollt. Ziel seien sogenannte Trittsteinflächen, wie es auch der Graf-Dietrich-Weiher bei Fischborn sei. Auch dort werden Wasserbüffel weiden, waren bereits Yaks angesiedelt. Die Rinder und die Vogel seien an ein Zusammenleben gewohnt. Schlegelmilch machte deutlich, dass nun mit der Beweidung durch Wasserbüffel gestartet werde. Sollten sich diese als zu schwer herausstellen und diese in den nassen Boden einsinken, dann müsse auf leichtere Tiere umgestellt werden. Das könnten dann Yaks mit noch breiteren Hufen und weniger Gewicht sein, oder aber Heidschnucken. Dies sei auch gut für Frösche und Gelbbauchunken.

Ortsvorsteher Schneider sagte, dass der Ortsbeirat nicht grundsätzlich gegen das Vorhaben sei, aber im Ablauf ein bis zwei Schritte übersprungen worden seien.

Dazu sagte Forstamtsleiter Winter, dass man Naturschutz nur mit den Menschen machen könne und deshalb nun alles erklärt werde. Schlegelmlich stellte klar, dass im Verfahren die Gremien nicht gefragt werden müssten, dies aber nicht angestrebte Weg sei.

Mehr dazu lesen Sie in der GNZ vom 26. Februar.

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