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„Ich ziehe Plan A voll durch“

Großenhäuser Jayson Breitenbach will beim OFC neu durchstarten

05 Aug 2021 / 12:05 Uhr

Fußball. Jayson Breitenbach (23) ist in Gelnhausen geboren, in Linsengericht aufgewachsen. Er war beim FSV Mainz 05 auch mal Junioren-Nationalspieler und spielte zuletzt für den 1. FC Saarbrücken als Profi in der 3. Liga. Jetzt die Rückkehr zu Kickers Offenbach in die Regionalliga Südwest. Ist es die letzte Chance für den 23-jährigen Rechtsverteidiger? GNZ-Redakteur Michael Heil sprach mit dem gebürtigen Gelnhäuser über seine neue Chance im Profigeschäft und seine Rückkehr in die Heimat.

Ihr Klub hat die Generalprobe mit 1:4 im Nostalgie-Duell gegen Rot- Weiß Essen verloren. Sie haben die ersten 45 Minuten gespielt. Was war los?

Wir haben schnell mit 0:1 zurückgelegen. Nach dem 0:2 war das erst einmal in den Köpfen drin mit dem Rückstand. Essen hat das gut gemacht gegen uns. Wir werden das Spiel jetzt analysieren und es das nächste Mal besser machen.

Sie waren schon in der 3. Liga beim 1. FC Saarbrücken. Wären Sie lieber im Saarland geblieben?

Das ist okay. Ich bin wieder zu Hause. Schade war es schon, weil ich mich in Saarbrücken wohlgefühlt hatte. Aber so ist das im Fußball.

Jetzt eine Liga tiefer bei KickersOffenbach in der Regionalliga Südwest. Das sieht erst einmal nach sportlichem Rückschritt aus.

Ich sehe das nicht als sportlichen Rückschritt, sondern als eine Chance, weil ich mehr Spielzeiten bekommen werde als in Saarbrücken. Und Kickers Offenbach ist ein Verein, der oben mitspielen wird. Das macht schon Spaß.

Sie sind jetzt 23. Ist Kickers Offenbach die letzte Chance im Profifußball?

Ich bin da recht entspannt. Klar bin ich nicht mehr der Jüngste, aber im Fußball geht es ganz schnell nach oben, wenn man Leistung bringt.

Beim OFC ist ja immer Dampf im Kessel. Können Sie gut mit Druck umgehen?

Man muss damit umgehen, sonst braucht man erst gar nicht auflaufen. Ich habe es ja in der 3. Liga in Saarbrücken schon mitbekommen. Ein bisschen Druck von den Fans ist immer da. Das passt schon.

Wenn ein Verteidiger einen Fehler macht, kann das zum Tor führen. Haben Sie es schwerer als etwa ein Stürmer oder Mittelfeldspieler?

Ja, als Verteidiger ist es etwas schwerer. Wenn du den Ball verlierst, ist keiner mehr hinter dir. Deshalb musst du mit einer gewissen Lockerheit ins Spiel gehen und nicht verkrampfen gegen starke Stürmer. Dann klappt das auch.

Schauen Sie sich eigentlich Ihre Gegenspieler auf Video an oder informieren Sie sich über Ihre direkten Gegner?

Der Trainer macht vor dem Spiel immer eine Videoanalyse. Danach schaue ich mir noch mal alleine das Spiel selbst an.

Haben Sie schon eine Wohnung in Offenbach gefunden?

Nein. Ich wohne jetzt wieder zu Hause in Großenhausen. Von da habe ich 20 bis 25 Minuten bis zum Stadion.

Wie steht Offenbach im Vergleich zu Saarbrücken da?

In Offenbach sind die Bedingungen etwas besser. Die Trainingsplätze liegen direkt am Stadion. Die Bedingungen sind echt top, auch was die Pflege und die medizinische Abteilung angeht.

Sie sind ausgebildeter Rechtsverteidiger. Wie stehen die Chancen, auf dieser Position zu spielen?

Dazu kann ich noch nichts sagen. Ich muss meine Leistung bringen. Ob rechts oder links, da mache ich mir keine Sorgen. Wenn ich Leistung bringe, dann spiele ich auch.

Haben Sie ein Vorbild in der Bundesliga auf dieser Position?

Das war immer David Alaba. Er ist als Außenverteidiger das Aushängeschild in Deutschland.

Sind Sie mit Ihrer Leistung nach den Testspielen zufrieden?

Ich war schon zufrieden, auch wenn wir gegen Essen einen kleinen Dämpfer bekommen haben.

Kommen Sie mit dem neuen Trainer Ristic gut zurecht? Hat er Ihnen signalisiert, dass er mit Ihnen plant?

Ich komme gut mit dem Trainer zurecht. Er hat ein gutes Gefühl mit dem Team und redet viel mit uns.

Welches System wird Offenbach spielen?

Wir haben zuletzt ein 4-1-4-1 gespielt. Darauf wird es auch hinauslaufen. Ja, ich fühle mich auch wohl mit diesem System. Da kann ich gut mitmarschieren, breit oder hoch stehen. Dank meiner Schnelligkeit habe ich keine Bedenken, mich offensiv einzuschalten.

Es sieht alles nach einem Kopf-an Kopf-Rennen zwischen den hoch aufgerüsteten Teams der SV Elversberg und Kickers Offenbach aus. Sehen Sie das auch so?

Diese Liga ist auch für Überraschungen gut. Homburg, Ulm und Elversberg sind alles Anwärter auf den Titel. Die drei Kracher haben wir gleich am Anfang.

Aktuell macht auch der FSV Frankfurt mit guten Leistungen auf sich aufmerksam und spult die Testspiele wie ein Schweizer Uhrwerk ab. Rechnen Sie mit den Bornheimern?

Die haben eine gute Mannschaft. Ich habe nicht alles verfolgt in der vergangenen Saison, aber sie haben gut nachgelegt mit Sommer und Vrancic, mit dem ich auch in Saarbrücken schon gespielt habe.

Sie sind in Gelnhausen geboren, in Großenhausen aufgewachsen. Welchen Bezug haben Sie noch zu der Heimat?

Ich bin sehr gerne hier in der Umgebung. Eigentlich so oft wie es geht. Ich bin hier auch fast jeden Tag mit meinem besten Freund zusammen. Das ist sehr schön.

Wenn es mit dem Profifußball nicht klappen sollte, haben Sie da noch einen anderen Plan B?

Daran denke ich nicht. Ich will Plan A voll durchziehen. Wenn es nicht klappen sollte, habe ich ja noch mein Fachabitur. Da lässt sich schon etwas mit machen.

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