SUCHE

Ein Traum ist wahr geworden

Der frisch gebackene „Hundert-Rennen-Mann“ Frank Dieter und Rolf Eckert
haben den New-York-Marathon erfolgreich absolviert

17. November 2021 / 17:01 Uhr
Leichtathletik,. Für zwei heimische Marathon-Läufer aus der Kurstadt Bad Soden-Salmünster wurde ein Traum wahr: Frank Dieter (Salmünster) absolvierte beim 50. New-York-City-Marathon seinen 100. Marathon. Für den Alsberger Rolf Eckert war der Jubiläumslauf nach 2006 der zweite Start.

Auf der Alsberger Kerb 2018 beim sportlichen Fachsimpeln mit Frank Dieter sei die Idee entstanden, beim 50. New-York-City Marathon zu starten, sagt Rolf Eckert. Nach vielen „Hürden“ durch die Corona-Krise und der Absage 2020 wurde dieser Traum mit einjähriger Verspätung und fast 20-monatigem Einreiseverbot für EU-Bürger in die USA doch noch war. Da die Fixierung dieses Tages seitens der USA einen Tag nach dem New York-Marathon festgelegt war gab es eine letzte Hürde zu bewältigen: Auf dem letzte Drücker erfolgte vom US-Konsulat in Berlin, die erfreuliche Mitteilung dass das NIE-Visum genehmigt ist. Als man am Mittwochmorgen mit den Singapore Airlines von Frankfurt in Richtung New York abhob rückte der „Traum“ vom Start beim 50. Jubiläums-Marathon näher.

Die Tage bis zum Start vergingen wie im Fluge: Am Donnerstag- und Freitagmorgen fanden Trainingsläufe im Central-Park mit bis 50 Gleichgesinnten, durch die „grüne Lunge“ New Yorks, umrahmt von der beeindruckenden Skyline Manhattans. Eckert: „Man musste sich manchmal „kneifen“ angesichts der gewaltigen Dimensionen der Stadt wenn ich überlege, dass ich paar Tage vorher noch im beschaulichen Spessartwald bei Alsberg gelaufen bin, bin ich sehr dankbar für diese Erfahrungen, die unterschiedlicher nicht sein können “vom Eselsweg nach Big Apple“ oder vom kleinen Spessartdorf in die Weltmetropole N.Y., eine Stadt, die niemals schläft“.

Zum Rahmenprogramm zählten Besuche wie Liberty-Island mit Freiheitsstatue, eine Stadtrundfahrt durch Manhattan, emotional bewegend mit der die Besichtigung des „9/11-Memorials“ an der Südspitze Manhattans. Wo einst die Zwillingstürme des World Trade Centers standen, wurde eine beeindruckende Gedenkstätte in gewaltigen Dimensionen geschaffen. „Dieser Ort war sicher für uns alle die emotionalste Erfahrung dieses Tages“, so Eckert.

Dem Marathon-Tag, der „Race-Day“ wie ihn die Amerikaner nennen, begann für die Dieter und Eckert am Sonntagfrüh um 5 Uhr mit dem Bustransfer zum Startbereich nach Staten Island. Dort angekommen sorgten Kaffee für innere Wärme, zum Essen gabs Bananen und Bagels. Zuvor gabs strenge Sicherheitskontrollen zum Startbereich, Eckert: „Da Frank und ich in verschiedenen Waves (Wellen) starteten, wurden wir verschiedenen Startbereichen zugeteilt. Hier begann das lange Warten bis zum Start. Eckert: „Ich versuchte, die Zeit durch Unterhaltungen mit Mitstreitern (meist Amerikaner, wenige Deutsche) leichte Dehnübungen zu verkürzen. Kamerateams der großen US-Sender waren vor Ort, die Kameras meist fokussiert auf ein Objekt mit gewaltigen Dimensionen, das beim Sonnenaufgang ein überwältigendes Fotomotiv war die, zweistöckige und mit 4.176 m Länge , gewaltigste und größte Hängebrücke der USA, die Verrazano Narrows-Bridge.“

In fünf Wellen wurde gestartet. Für Rolf Eckert der in der ersten. Welle zugeordnet war, ging es ab 8.30 Uhr in so genannt „Corals“ kurz vor dem Startbereich. „Wenige Minuten vor dem Start hatten wir nur noch die Wettkampfbekleidung an, die Sonne wärmte aber bereits die Luft, der Himmel strahlend blau. Mehrere Helikopter kreisten über dem riesigen Startgelände, mein Startzeitpunkt 9.10 Uhr rückte näher. Als der Startkorridor kurz vor Beginn der Verrazano-Bridge gefüllt war, wurde es schlagartig mucksmäuschenstill“, sagt Rolf Eckert. „Mit einem gewaltigen Böllerschuss/Kanonenschlag erfolgte der Startschuss. Langsam setzte sich das Starterfeld in Bewegung, sogleich erklang aus gewaltigen Lautsprechern Frank Sinatras zeitlose Hymne auf die Stadt in voller Lautstärke.“

Das sehr anspruchsvoll Streckenprofil (über 300 Höhenmeter waren zu absolvieren) insbesondere die fünf zu überlaufende Brücken waren fordernd wobei die Streckenpassage im Central Park alles andere als flach war. „Die Stimmung auf der Strecke war gigantisch, einfach unbeschreiblich, schildert Eckert seine Eindrücke. „In Brooklyn und auf der First Avenue in Manhattan kam es mir am lautesten vor. Die Leute schrien, klatschten, jubelten, Rockbands entlang der Strecke und peitschten die Marathonis förmlich durch die Straßen der US-Metropole. “ Nach 3:19:31 Stunden erreichte Rolf Eckert zufrieden und glücklich das Ziel im Central Park. „Nach meinen Achillessehnen-Beschwerden in der Vorbereitung schneller als erwartet“. Bei der abendlichen, von unserem Reiseveranstalter organisierten „After Race-Party“ in einem Restaurant in Hotelnähe waren alle begeistert, man ließ den unvergesslichen Tag in angenehmer Atmosphäre Revue passieren.

Frank Dieter, der seine 100. Marathon lief, schildert seine Eindrücke: „Am frühen Morgen bin ich sozusagen schon mit Gänsehaut aufgewacht. Rolf und ich, wir waren unendlich dankbar und glücklich darüber, dass wir im Kreise nur sehr weniger Marathonis aus Deutschland, in NYC an den Start gehen durften. Die Emotionen und Gefühle waren unbeschreiblich, so intensiv hatte ich das bei allen vorausgegangenen 99 Marathons nicht erlebt.“

„Um jeglichen Stress vor dem Startschuss zu vermeiden, wählten wir die erste Möglichkeit, den Startbereich an der Verrazano-Narrows-Bridge in Staten Island zu erreichen. Dass ich dort angekommen, noch vier Stunden auf den Startschuss warten musste, nahm ich gerne in Kauf, zumal die Zeit bis dahin wie im Fluge vergangen ist. Um 10.30 Uhr stand ich dann endlich im Startbereich, als eine Sängerin live die amerikanische Nationalhymne zu singen begann. Dies war für mich der erste magische Moment, dem dann noch einige folgten.“

Die Stimmung, die Euphorie und die Freude darüber, dass der Marathon endlich wieder ausgetragen wurde, war allen Menschen anzumerken. „Der Jubel der Zuschauer entlang der Strecke sei gigantisch gewesen.“ Meile für Meile wurde man getragen und hierbei spielte es überhaupt keine Rolle, ob man zum Elitefeld gehörte, oder zu denjenigen, die aus der letzten „Welle“ heraus starteten.“ Nach 4:27,43 Stunden kam Dieter glücklich und zufrieden im Ziel des 50. TCS-NYCMarathons an. Überwältigt von Eindrücken und Gefühlen, die er so bisher noch nicht erlebte hatte, werde er dies in seinem Leben lang nicht mehr vergessen.

Frank Dieter: 4:27:43 Stunden 11.996 Platz Gesamt, 377. in AK M 55. 134. Platz Nationenwertung (282 TN aus Deutschland).

Rolf Eckert: 3:19:31 Stunden 1.642 Platz Gesamt, 35. in AK M 55 (14. Platz. Nationenwertung (282 TN aus Deutschland). tt

Weitere Meldungen aus der Region
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4